Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Abrissverletzungen am Ellbogen behandeln

Abrissverletzungen am medialen Epicondylus sind eine der häufigen Ellbogenfrakturen im Kindesalter. Zwei neue Studien verglichen jetzt die konservative Behandlung mit der Osteosynthese.

Eine Abrissfraktur am distalen Humerus ist meist Folge eines Sturzes auf den ausgestreckten Arm. Bei Kindern führt dies häufiger zu einer Fraktur, weil die offenen Wachstumsfugen in diesem Bereich noch eine Schwachstelle bilden.

Zwei randomisierte Studie zeigen, dass diese Fraktur unter einer konservativen Behandlung mit Gipsverband ebenso gut wie nach einer chirurgischen Versorgung heilt. 

Im Röntgenbild ist meist ein Frakturspalt zu erkennen, der eine operative Versorgung nahelegt. Dabei wird das Fragment mit einer Schraube oder einem Kirschner-Draht am Humerus fixiert. Nach 12 Monaten konnten in beiden Studien kein Unterschied in der konservativ behandelten und der chirugischen Gruppe festgestellt werden. Die konservative Behandlung hatte damit keine schlechteren Ergebnisse erzielt. Allerdings blieb bei 68,6 % auch nach 12 Monaten in der Röntgenaufnahme eine Non-Union der Fraktur sichtbar gegenüber 2,7 % behandelten Kindern. Diese Nicht-Heilung im Röntgenbild blieb allerdings ohne klinisches Korrelat. Ein Vorteil der konservativen Behandlung ist außerdem ein besseres kosmetisches Ergebnis und mit deutlich geringeren Kosten verbunden.

Eine Operation erfordert einen stationären Aufenthalt und kann mit Komplikationen verbunden sein. In einer Studie kam es bei 9% der Kinder zu intraoperativen Komplikationen, die bei der Hälfte der Kindern auch eine Revision erforderlich machten. Bei weiteren 17 Kindern wurde das Material routinemäßig innerhalb der folgenden 12 Monate entfernt. In der konservativen Gruppe wurde bei 3 Patient:innen wegen einer Non-Union oder Nervenschäden eine Operation notwendig.

Die Studien zeigen, dass eine operative Fixierung gegenüber der konservativen Behandlung keinen klinischen Vorteil bietet, Kinder aber vermeidbaren operationsbedingten Risiken ausgesetzt werden.