Hausärzt:in 10/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

Wenn Arzneien sich gegenseitig beeinflussen

Bestimmte Medikamente aber auch Lebensmittel können die Wirkung von Arzneien beeinflussen.
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Wer mehrere Medikamente einnimmt, ist besonders gefährdet, von Wechselwirkungen betroffen zu sein. Für Arztassistent:innen gehört das Thema daher zum Praxisalltag. Häufig sind es nicht nur Arzneimittel untereinander, sondern auch Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Präparate, die die Wirkung einer Therapie verstärken, abschwächen oder unerwartete Nebenwirkungen hervorrufen können. Eine frühzeitige Erkennung potenzieller Risiken trägt wesentlich zur Arzneimittelsicherheit bei. Welche Wechselwirkungen bei einem Präparat bekannt sind, steht in der Gebrauchsinformation; für alle in Österreich zugelassenen Arzneimittel kann sie auch im Medikamenten-Informationssystem des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) abgerufen werden.1
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Von einer Wechselwirkung spricht man, wenn die Wirkung eines Medikaments durch einen anderen Stoff verändert wird. Das kann dazu führen, dass ein Arzneimittel stärker oder schwächer wirkt als beabsichtigt oder dass zusätzliche Nebenwirkungen auftreten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen pharmakodynamischen und pharmakokinetischen Wechselwirkungen.

Pharmakodynamische Wechselwirkungen betreffen die eigentliche Wirkung am Wirkort. Werden beispielsweise zwei gerinnungshemmende Medikamente gleichzeitig eingenommen, kann sich das Blutungsrisiko deutlich erhöhen. Ebenso kann die Kombination mehrerer beruhigender Arzneimittel zu übermäßiger Müdigkeit oder Stürzen führen.

Pharmakokinetische Wechselwirkungen beeinflussen Aufnahme, Verteilung, Verstoffwechselung oder Ausscheidung eines Medikaments. Besonders die Leber und bestimmte Enzymsysteme spielen dabei eine wichtige Rolle. Wird der Abbau eines Wirkstoffs gehemmt, steigt dessen Konzentration im Blut an. Wird er beschleunigt, kann die therapeutische Wirkung nachlassen.