Von einer Wechselwirkung spricht man, wenn die Wirkung eines Medikaments durch einen anderen Stoff verändert wird. Das kann dazu führen, dass ein Arzneimittel stärker oder schwächer wirkt als beabsichtigt oder dass zusätzliche Nebenwirkungen auftreten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen pharmakodynamischen und pharmakokinetischen Wechselwirkungen.
Pharmakodynamische Wechselwirkungen betreffen die eigentliche Wirkung am Wirkort. Werden beispielsweise zwei gerinnungshemmende Medikamente gleichzeitig eingenommen, kann sich das Blutungsrisiko deutlich erhöhen. Ebenso kann die Kombination mehrerer beruhigender Arzneimittel zu übermäßiger Müdigkeit oder Stürzen führen.
Pharmakokinetische Wechselwirkungen beeinflussen Aufnahme, Verteilung, Verstoffwechselung oder Ausscheidung eines Medikaments. Besonders die Leber und bestimmte Enzymsysteme spielen dabei eine wichtige Rolle. Wird der Abbau eines Wirkstoffs gehemmt, steigt dessen Konzentration im Blut an. Wird er beschleunigt, kann die therapeutische Wirkung nachlassen.