Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

PPI: kein erhöhtes Magenkrebsrisiko

Eine neue bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie aus Skandinavien untersuchte den Zusammenhang zwischen der langfristigen Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und dem Risiko an Magenkrebs zu erkranken.

PPI zählen zu den am häufigsten verordneten Medikamenten. Seit ihrer Einführung in den 1980er-Jahren stehen PPI  jedoch im Verdacht, Magenkrebs zu verursachen. Denn durch die Blockade der Salzsäure in den Parietalzellen steigert sich kompensatorisch die Gastrinproduktion. Die Befürchtung war, dass dies zu einer vermehrten Bildung von neuen Parietalzellen und auch enterochromaffinen Zellen bis hin zur Bildung von Magenpolypen führt, von denen einige dann zum Ausgangspunkt einer Krebserkrankung werden. 

Frühere epidemiologische Studien hatten auch auf einen Anstieg von Magenkrebs bei Langzeitanwendern von Protonenpumpeninhibitoren hingewiesen. Metaanalysen hatten relative Risiken von 1,67 bis 2,88 ermittelt.

Laut den Autor:innen der neuen Studie wurde in diesen Studien Begleitrisiken wie eine Infektion mit Helicobacter pylori jedoch nicht berücksichtigt. H. pylori gilt heute als einer der wichtigsten Risikofaktoren für ein Adenokarzinom des Magens. Die Infektionen führen zu Magenbeschwerden, die häufig mit Säureblockern behandelt werden. Dies könnte die in früheren Studien gefundene Assoziation von PPI und Magenkrebs erklären.

In der neuen epidemiologischen Untersuchung wurden mögliche Cofounder, wie unter anderem eine H. pylori-Infektionen, Magengeschwüre oder Diabetes Typ 2 berücksichtigt. Die Datenbasis bildeten dabei 17.232 Personen, die zwischen 1994 und 2000 in Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden an einem Magenkrebs erkrankt waren. Den Erkrankten wurde die zehnfache Anzahl von Kontrollen gegenübergestellt, die den Magenkrebsfällen in allen dokumentierten Eigenschaften glichen, nur dass sie nicht an Magenkrebs erkrankt waren. Der Langzeitgebrauch von PPI war definiert als eine Einnahme von mindestens 12 Monaten.

Das Ergebnis war ein Odds Ratio von 1,01, also keiner Assoziation zwischen Magenkrebs und der Langzeiteinnahme von PPI. Eine Analyse zu H2-Rezeptor-Antagonisten, die ebenfalls, wenn auch schwächer, die Säureproduktion im Magen senken, ergab mit einer adjustierten Odds Ratio von 1,03. Die Ergebnisse sprechen gegen eine karzinogene Wirkung der häufig eingesetzten Medikamente.