Hausärzt:in 09/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

Vorsorge braucht ein Update

v.l.: Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz, Präsident der ÖGIM, Univ.-Prof.in Dr.in Kathrin Eller, Vorsitzende der ÖGN, Univ.-Prof. Daniel Scherr, Präsident der ÖKG, Univ.-Prof. PD Dr. Harald Sourij, MBA, Präsident der ÖDG.
© Anna Rauchenberger / fotodienst
ÖGIM, ÖDG, ÖKG und ÖGN haben einen gemeinsamen wissenschaftlichen Vorschlag zur Modernisierung der österreichischen Vorsorgeuntersuchung vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen ein risikoadaptiertes Screening, die frühzeitige Erkennung von Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sowie eine stärkere Orientierung an individuellen Risikoprofilen.
Inhaltsverzeichnis

Die österreichische Vorsorgeuntersuchung wird jährlich von rund 1,4 Millionen Menschen genutzt und zählt zu den wichtigsten Instrumenten der Gesundheitsförderung. Die letzte grundlegende Überarbeitung erfolgte jedoch bereits im Jahr 2005. Seither haben sich diagnostische Möglichkeiten, therapeutische Optionen und die Evidenz zu Nutzen und Zielgruppen von Screeningmaßnahmen deutlich weiterentwickelt.

Vor diesem Hintergrund präsentierten die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM), die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG), die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) und die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) am 23. September 2026 einen gemeinsamen wissenschaftlichen Fahrplan für die Weiterentwicklung der Vorsorgeuntersuchung. Die Initiative entstand im Rahmen der Safe Hearts Alliance, einem Zusammenschluss der vier Fachgesellschaften. Hintergrund ist die hohe Krankheitslast durch kardiorenale und metabolische Erkrankungen, die gemeinsam für rund ein Drittel aller Todesfälle in Österreich verantwortlich sind.

Im Rahmen des Projekts wurden 16 kardiorenale und metabolische Erkrankungen beziehungsweise Risikofaktoren anhand nationaler Evaluationen, internationaler Screening-Empfehlungen und aktueller Leitlinien bewertet. Das Ergebnis ist ein differenziertes Konzept: Fünf Bereiche sollen neu aufgenommen, acht bestehende Bereiche adaptiert werden. Bei drei Fragestellungen sprechen sich die Expert:innen gegen ein allgemeines Screening asymptomatischer Personen aus.