Hausärzt:in 06/2024

Pflanzenbasiert essen als Therapie?

Ein großes Obst- und Gemüsebällchen, das Zutaten verliert
Zur massiven Vergrößerung des ökologischen Fußabdrucks trägt auch unsere Ernährungsweise bei.
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Von Konsumverstopfung, Decision Fatigue und modernen Lehrkonzepten.

Inhaltsverzeichnis
Autor:in
Klaus Nigl

Klaus Nigl, M.A. (Studiengangsleitung Diätologie, FH Gesundheitsberufe OÖ GmbH, Campus Gesundheit am Ordensklinikum Linz Elisabethinen)

Eine Therapie ist eine Heilbehandlung – also steht eine Erkrankung oder Dysfunktion im Zentrum. Wir therapieren überwiegend das kranke Individuum und bedienen uns dabei aufgrund unserer naturwissenschaftlichen Orientierung schnell diverser Messungen, Labordaten, Kalorien- und Nährwertberechnungen, SOPs und Leitlinien – in der Hoffnung, dass das kranke Individuum das versteht, wohlwollend und dankbar aufnimmt und umsetzt.

Dass das kranke Individuum mit einer kranken Gesellschaft und einer kranken Umwelt in Verbindung steht, ist uns vielleicht bewusst, aber es fehlt oft an Ressourcen, um uns damit zu beschäftigen. Für das kranke Individuum aber wäre ebenjene Einbettung der individuellen (Ernährungs-)Therapie in seine soziale Umwelt ein wesentlicher Faktor für Erfolg und Therapieadhärenz. In diesem Artikel geht es also nicht vordergründig um Möglichkeiten der Therapie des Individuums, sondern um das Aufzeigen therapeutischer Anknüpfungspunkte in Bezug auf Gesellschaft, Umwelt und Nachhaltigkeit.