Hausärzt:in 6/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Neutrophile als Schlüsselzellen

Mikroskropiebild von Zellen
… bei KRAS-mutiertem Darmkrebs.
© Alexander Kirchmair
Darmkrebs zählt weiterhin zu den führenden krebsbedingten Todesursachen. Besonders problematisch sind Mikrosatelliten-stabile kolorektale Karzinome, die mit 85–90 % den Großteil der Fälle ausmachen und nur begrenzt auf Immuntherapien ansprechen.
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Für diese Tumoren fehlen bislang wirksame gezielte Behandlungsoptionen. Eine aktuelle Arbeit eines interdisziplinären Forschungsteams der Med Uni Innsbruck und der Universität Zürich liefert nun neue Einblicke in die Tumorbiologie – mit potenziellen therapeutischen Konsequenzen. Im Fokus der im Journal Cancer Cell publizierten Studie stehen KRAS-Mutationen, die in rund 40 % der Darmkrebserkrankungen vorkommen, sowie ihre Auswirkungen auf die zelluläre Zusammensetzung des Tumormilieus. Das Team um Univ.-Prof. Dr. Zlatko Trajanoski (Institut für Bioinformatik) und Univ.-Prof. Dr. Stefan Salcher (Uniklinik für Hämatologie und Onkologie) zeigte erstmals systematisch auf, wie diese Mutationen die Rolle von Neutrophilen beeinflussen. Die im Knochenmark gebildeten Immunzellen sind aus der Infektabwehr bekannt, wurden im onkologischen Kontext jedoch lange unterschätzt.