Hausärzt:in 04/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Neue Perspektiven in der Aknebehandlung

Ärztin die sich die Akne einer Patientin anschaut
Moderne Wirkstoffe und Technologien erweitern das therapeutische Spektrum.
© Frendev / stock.adobe.com
Die Aknetherapie hat sich in den vergangenen Jahren weniger durch einen einzelnen "Gamechanger" als vielmehr durch ein klareres pathophysiologisches Verständnis weiterentwickelt. Letzteres kann nun zunehmend auch therapeutisch umgesetzt werden.
Inhaltsverzeichnis
Autor:in
Johannes Bisschoff

Dr. Johannes Bisschoff (Facharzt für Dermatologie und Allergologie in Wien)

Im Zentrum steht heute die konsequente, gleichzeitige Behandlung der vier Hauptfaktoren der Erkrankung: Seborrhö, follikuläre Hyperkeratose, bakterielle Dysbiose – insbesondere durch Cutibacterium acnes – und Entzündung. Im Rahmen moderner Therapiekonzepte sollen diese Mechanismen parallel adressiert und zugleich der Einsatz topischer und systemischer Langzeitantibiotika kritisch hinterfragt werden. Dennoch lässt sich festhalten: Eine technologische Innovation ragt aktuell besonders heraus – die gezielte Talgdrüsenmodulation mittels eines 1726-nm-Lasers.

Damit steht erstmals eine Wellenlänge zur Verfügung, die selektiv auf wasser und lipidreiche Strukturen innerhalb der Talgdrüse wirkt. Während frühere Licht- und Lasertherapien primär antibakterielle oder antiinflammatorische Effekte nutzten, bekämpft diese Technologie direkt die hyperaktive Sebumproduktion – einen zentralen Treiber der Aknepathogenese. Durch kontrollierte thermische Modulation der Sebozyten können sie gezielt reduziert und die Talgproduktion langfristig gesenkt werden. Der Ansatz ist konzeptionell neu, da nicht sekundäre Entzündungsprozesse, sondern die eigentliche Quelle – die überaktive Talgdrüse – in den Fokus rückt und gezielt beeinflusst wird. Besonders bei entzündlicher Akne bietet diese Methode eine antibiotikasparende Option sowie eine Alternative für Patient:innen mit Kontraindikationen oder Vorbehalten gegenüber systemischen Retinoiden. Entscheidend bleiben die korrekte Indikationsstellung und die Einbettung in ein multimodales Behandlungskonzept.