Hausärzt:in 04/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Sommer, Sonne, Achtung Narben

Narbe die eingeschmiert wird
Psychologische Herausforderung und zusätzliche Risiken.
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Die dermatologische Versorgung von Patient:innen umfasst weit mehr als die rein physikalische Heilung von Läsionen. Insbesondere sichtbare Hautnarben können psychologische Auswirkungen haben – gerade im Sommer. 

Während sich andere über die wärmeren Temperaturen freuen, kann für Betroffene die damit verbundene freizügigere Kleidung eine große mentale Last darstellen. Personen mit sichtbaren Hautnarben weisen eine erhöhte Prävalenz von depressiven Symptomen auf. Die Intensität und Sichtbarkeit der Narben korrelieren dabei mit der Ausprägung der psychischen Belastung.1 Leider bleibt dies nicht die einzige Herausforderung im Sommer.

Zwar zeigte eine In-vivo-Studie an gesunden Proband:innen scheinbar positive Effekte des Sommers auf die Hautbeschaffenheit – im Vergleich zum Winter. So wurden ein Rückgang der transepidermalen Wasserverlust-Rate und eine Reduktion der epidermalen Rauheit beobachtet. Parallel dazu stiegen die Hautfestigkeit, die Elastizität, die epidermale Hydratation, die Haut dicke und das Melanin.2 Trotzdem ist im Sommer Vorsicht geboten, denn diese positiven Effekte werden oft von Langzeitschäden durch die Sonnenstrahlung überschattet und gerade bei Narben muss besonders aufgepasst werden.

Die menschliche Hautfarbe wird primär durch Melanin bestimmt, ein Pigment, das von Melanozyten in einem Prozess namens Melanogenese produziert wird. Melanin ist nicht nur zentral für die Hautpigmentierung, sondern dient auch als physikalische Barriere zum Schutz des Zellkerns vor schädlicher solarer ultravioletter Strahlung (UVR). Entzündliche Prozesse nach kutanen Verletzungen beeinflussen die Melanogenese auf verschiedenste Arten, was zu abnormen Pigmentierungen im Gewebe führt. Dies macht Narben sichtbarer und kann zu erheblichen ästhetischen und psychologischen Belastungen führen. Hypopigmentierte Narben mangelt es außerdem an Melanin, was bedeutet, dass kein umfassender Schutz geboten ist und sich somit das Risiko für UVR-assoziierte Hautschäden wie Sonnenbrand und Hautkrebs erhöht. Da Sonnenlicht die Melaninproduktion anregt, kann es zudem bei dem empfindlicheren Narbengewebe zu einer Hyperpigmentierung kommen, was oft unerwünschte braune oder rötliche Flecken bedeutet. Sonnenschutz ist somit bei Patient:innen mit Narben besonders essentiell.3