Hausärzt:in 04/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

HPV-Impfung zwischen Registerdaten und Realität

Bild eines Virus
Evidenz vorhanden, Umsetzung lückenhaft.
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Das Humane Papillomavirus (HPV) ist kein neues Virus, sondern ein uralter "Begleiter" des Menschen. "Auch die Neandertaler:innen hatten schon HPV", erklärte Univ.-Prof. Dr. Elmar Joura, Leiter der Ambulanz für Cervix- und Vulvapathologie an der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien, gleich zu Beginn seines Fachvortrags beim Österreichischen Impftag 2026 in Wien.
Inhaltsverzeichnis
Medizinische Expertise
Elmar  Joura

Univ.Prof. Dr. Elmar Joura (Leiter der Ambulanz für Cervix- und Vulvapathologie an der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien)

"Aktuell diskutieren Anthropolog:innen sogar, ob nicht vielleicht doch der Homo sapiens den Neandertaler angesteckt habe und nicht umgekehrt." Unstrittig sei jedenfalls, dass sich HPV weltweit verbreitet habe und bis heute für eine relevante Krankheitslast verantwortlich sei.

Insgesamt sind sechs verschiedene Karzinome eindeutig HPV assoziiert. Global steht dabei nach wie vor das Zervixkarzinom im Vordergrund, insbesondere in Regionen mit schwacher Vorsorgeinfrastruktur. "Wir haben hohe Inzidenzen in Südamerika, in Afrika südlich der Sahara und auch in Südostasien",so Prof. Joura. Erschwerend komme in vielen dieser Regionen eine hohe HIV Prävalenz hinzu: "HIV Positivität erhöht das Risiko eines invasiven Zervixkarzinoms um das Sechsfache."