Hausärzt:in 03/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Dyslipidämie: ESC-Update 2025

eine Dose Tabletten auf einem EKG
Mehr Individualisierung, bessere Adhärenz.
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Dyslipidämie: ESC-Update 2025 rückt flexible LDL-C-Senkung, fixe Kombinationen und psychosoziale Aspekte der Therapie in den Mittelpunkt.
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Atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen (ASCVD) entstehen durch die fortschreitende Ablagerung von LDL-Cholesterin (LDL-C) und anderen Apolipoprotein-B-haltigen Lipoproteinen in der Gefäßwand. Die daraus resultierenden Entzündungsprozesse führen zur Plaquebildung und erhöhen langfristig das Risiko akuter kardiovaskulärer Ereignisse. LDL-C ist dabei nicht nur ein Risikomarker, sondern auch eine kausale Determinante der ASCVD-Entstehung. Dementsprechend bleibt die LDL-C-Senkung die zentrale Säule der kardiovaskulären Prävention. Das fokussierte Update der ESC-Leitlinie zum Management der Dyslipidämien 2025 basiert auf neuer Evidenz aus zwölf klinischen Studien und Metaanalysen seit 2019 und wurde auf dem ESC-Kongress 2025 vorgestellt.1 Prof. Dr. Ulrich Laufs, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig, betont:2"Die aktuelle Studienlage unterstreicht nach einhelliger Auffassung das Prinzip der LDL-Zielwerte in Abhängigkeit vom individuellen Risiko." Wichtig sei, dass die Zielwerte selbst durch die neuen Studien weiter gestützt wurden und nicht modifiziert werden mussten.

Neuerdings empfohlen wird die Verwendung der Risikoscores SCORE2 und SCORE2-OP für Personen im Alter von 40 bis 89 Jahren. Insbesondere der SCORE2-OP erlaubt bei älteren Patient:innen eine realistischere Einschätzung des 10-Jahres-Risikos. Darüber hinaus gewinnen Risikomodifikatoren – etwa Komorbiditäten, Biomarker oder demografische Faktoren – an Bedeutung (siehe INFO). "Sie sind klinisch besonders wichtig, weil sie zusätzlich zu SCORE2 und SCORE2-OP dabei helfen, das individuelle Risiko präziser zu bestimmen", so Prof. Laufs. Die Risikoklassifikation diene weiterhin ausschließlich der initialen Therapieentscheidung, nicht jedoch der Reevaluierung im Behandlungsverlauf.