Hausärzt:in 7-8/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

Umweltdermatologische Skills helfen

Notfallsanitäter versorgt eine Wunde am Arm
Risikofaktoren erkennen, Wundmanagement optimieren, Rezidive vermeiden.
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Im Interview erläutert Univ.-Prof. Dr. Harald Maier, worauf es bei akuten und chronischen Wunden aus umweltdermatologischer Sicht ankommt.
Medizinische Expertise
Harald Maier

Univ.-Prof. Dr. Harald Maier, PA (Experte für Umweltdermatologie an der MedUni Wien)

HAUSÄRZT:IN: Worauf ist bei der Therapie der akuten Wunde aus umweltdermatologischer Sicht vorrangig zu achten?

Prof. MAIER: Bei akuten Wunden müssen Einwirkungsdauer und Intensität der Noxe so rasch und so effizient wie möglich reduziert werden. Sowohl die Erste-Hilfe-Maßnahmen als auch das nachfolgende professionelle ärztliche Handeln hat daher zum Ziel, die betroffene Person vor weiterem Schaden zu bewahren und die Integrität der Haut/Schleimhaut ehebaldigst wiederherzustellen. Nur so gelingt es, den Funktionsverlust so gering wie möglich zu halten. Das konkrete Vorgehen hängt natürlich vom Unfallgeschehen ab. So muss bei einer mechanischen Verletzung durch eine Maschine diese sofort abgeschaltet werden (Not-Aus-Taster, Stecker ziehen). Bei Verbrennungen/Verbrühungen ist eine ausreichend lange Kühlung mit klarem Wasser zielführend, bei Erfrierungen bedarf es einer schonenden Wiedererwärmung. Bei chemischen Wunden muss durch eine Spülung mit klarem Wasser die Konzentration einer chemischen Noxe rasch verdünnt werden. Sehr häufig ist es bei Chemieunfällen erforderlich, Patient:innen aus der Gefahrenzone zu bringen. Gemäß dem Leitsatz, dass Selbstschutz vor Fremdschutz geht, darf die Rettung einer verunfallten Person aus einem kontaminierten Bereich erst nach der Schaffung eines sicheren Zugangs oder nach dem Anlegen eigener Schutzausrüstung erfolgen. Das Gleiche gilt für die Rettung aus einem verstrahlten Bereich. Bei einem Elektrounfall ist als erste Maßnahme der Stromkreis zu unterbrechen.