Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind gemäß Statistik Austria nach wie vor die häufigste Todesursache in Österreich. In der Praxis steht die Prävention jedoch oft im Schatten der Behandlung bereits manifester Leiden. Dabei zählen Störungen des Lipidstoffwechsels zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen. Neue Erkenntnisse der vergangenen Jahre haben nicht nur das Verständnis von LDL-Cholesterin als kausalem Risikofaktor geschärft, sondern auch die Bedeutung weiterer Parameter wie Lipoprotein(a) und Apolipoprotein B (ApoB) hervorgehoben. Vor diesem Hintergrund wurde mit dem Österreichischen Lipidkonsensus 2026 erstmals seit zehn Jahren eine umfassende nationale Empfehlung zur Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen vorgelegt. Das von 15 Fachgesellschaften und 32 Expert:innen erarbeitete Dokument greift aktuelle internationale Leitlinien auf und übersetzt sie in konkrete Handlungsempfehlungen für den österreichischen Versorgungsalltag.1
Lipidmanagement: unterschätzte Chance in der Primärprävention
Mit dem Österreichischen Lipidkonsensus 2026 liegt erstmals seit zehn Jahren eine umfassend aktualisierte nationale Empfehlung zur Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen vor. Im Interview erläutert OA MR Dr. Helmut Brath, welche Bedeutung die neuen Empfehlungen insbesondere für die Primärversorgung haben.
Medizinische Expertise
OA Mr. Dr. Helmut Brath (Facharzt in der Diabetes- und Fettstoffwechselambulanz von Mein Gesundheitszentrum Favoriten der ÖÄK)
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