Hausärzt:in 03/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Strategien zur Blutdrucksenkung bei resistenter Hypertonie

Eine aktuelle Übersichtsarbeit beleuchtet die therapeutischen Optionen zur effektiven Blutdrucksenkung bei therapieresistenter Hypertonie. 

In Österreich sind etwa 25 % der Bevölkerung von arterieller Hypertonie betroffen, in den USA nahezu 50 %. Rund 10 % der Patient:innen erreichen trotz adäquater medikamentöser Therapie und Ausschluss sekundärer Ursachen (inkl. Weißkittelhypertonie, Non-Adhärenz, sekundäre Hypertonie) nicht den Zielwert von <130/80 mmHg und gelten als therapieresistent.

Eine aktuelle Analyse bewertet die von der American Heart Association empfohlenen Maßnahmen zur Blutdrucksenkung bei therapieresistenter Hypertonie. Zentrale Säulen bleiben intensivierte Lebensstilinterventionen, Medikationsoptimierung sowie renalen Denervation.

Auch bei therapieresistenter Hypertonie sollte initial konsequent der Lebensstil adressiert werden. Evidenzbasierte Maßnahmen umfassen u. a.:

  • ≥150 Minuten aerobe Bewegung/Woche
  • Kochsalzrestriktion (<1500 mg/Tag)
  • Alkoholreduktion
  • Gewichtsreduktion
  • Therapie einer obstruktiven Schlafapnoe
  • Optimierung der bestehenden Medikation

Die Analyse zeigt relevante Effekte einzelner Interventionen: Ein Salzersatz mit 25 % Kaliumchlorid senkt den systolischen Blutdruck (SBP) um 4,6 mmHg. Alkoholverzicht wirkt vor allem bei höherem Konsum (>2 Getränke/Tag), wobei bei >6 Getränken/Tag bereits eine Halbierung den SBP um 5,5 mmHg reduziert. Pro kg Gewichtsverlust sinkt der SBP um etwa 1,05 mmHg. Eine CPAP-Therapie bei Schlafapnoe senkt den 24h-SBP um rund 5,9 mmHg, strukturierte Bewegungsprogramme um etwa 7 mmHg.

Blutdrucksteigernde Substanzen sollten konsequent überprüft und wenn möglich abgesetzt werden, da bereits geringe Anstiege (2–5 mmHg) das kardiovaskuläre Risiko erhöhen können. Dazu zählen u. a. Glukokortikoide, NSAR, SNRIs, Sympathomimetika sowie Glycyrrhizin (Lakritz).

Die medikamentöse Therapie erfolgt stufenweise: Zunächst sollte eine bestehende Triple-Therapie in ein Kombinationspräparat überführt werden (SBP −3,99 mmHg). Anschließend erfolgt die diuretische Optimierung abhängig von der eGFR (statt Thiazid-Diuretika z. B. Chlortalidon, ggf. Schleifendiuretika oder Indapamid). Bei eGFR ≥45 ml/min/1,73 m² und K⁺ ≤4,5 mmol/l wird Spironolacton empfohlen, mit einer SBP-Senkung von bis zu 13,3 mmHg. Alternativen sind Eplerenon oder Amilorid.

Weitere Add-on-Optionen umfassen β-Blocker (−8,4 mmHg), α1-Blocker (−7,6 mmHg), α2-Agonisten (−11,9 mmHg) sowie Aprocitentan (−3,8 mmHg).

Bei unzureichender Kontrolle sollte eine Überweisung an spezialisierte Zentren erfolgen. Als interventionelle Option kann die kathetergestützte renale Denervation erwogen werden, die den SBP um etwa 5,5 mmHg senkt.