Hausärzt:in 03/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Aktuelle Lage der Arzneimittelversorgung

Der Verband der Arzneimittelgroßhändler (PHAGO) gibt ein Update zur aktuellen Arzneimittelversorgung: In Österreich sind bislang keine direkten Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die Verfügbarkeit von Medikamenten oder Medizinprodukten erkennbar.

Die Betriebe des österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhandels haben angesichts potenzieller Lieferkettenrisiken infolge der geopolitischen Lage im Nahen Osten ihre Vorsorgemaßnahmen verstärkt. In den 23 Lagern der PHAGO-Mitgliedsunternehmen werden derzeit rund 12 Millionen Packungen bevorratet. Laut Generalsekretärin Dr.in Monika Vögele bestehen aktuell keine Hinweise auf Einschränkungen in der Verfügbarkeit von Arzneimitteln oder Medizinprodukten infolge des Iran-Konflikts.

Vor dem Hintergrund von Berichten aus Deutschland über mögliche Engpässe bei medizinischer Schutzausrüstung, insbesondere Schutzhandschuhen, wird dieser Bereich durch die Großhändler engmaschig überwacht.

Das Arzneimittel-Monitoring der PHAGO zeigt zum Ende des ersten Quartals 2026 im Jahresvergleich eine insgesamt verbesserte Versorgungslage: Der Anteil lieferkritischer Arzneimittel ist in den meisten Indikationsbereichen rückläufig. So sind etwa 94 % der kardiovaskulären Medikamente uneingeschränkt verfügbar, auch Antibiotika und Antirheumatika sind überwiegend lieferbar.

Aktuell bestehen jedoch weiterhin Einschränkungen bzw. erhöhter Beobachtungsbedarf in folgenden Bereichen:

  • Blutstillende Arzneimittel: potenzielle Nachschubverzögerungen
  • Ophthalmika: rund 25 % der Augentropfen als lieferkritisch eingestuft
  • Antidiabetika: über 40 % der Insuline und oralen Antidiabetika betroffen
  • Sedativa/Hypnotika: einzelne Präparate unter Beobachtung
  • Pankreatitis-Therapeutika: kontingentierte Abgabe zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Verteilung
  • Hormonersatztherapien: punktuelle Lieferengpässe