Hausärzt:in 12/2025
Ärzt:in Assistenz 2025

Antimicrobial Stewardship in der Tuberkulosebehandlung

Aufgrund der steigenden Zahl an Antibiotikaresistenzen hat ein internationales Expertengremium jetzt Antimicrobial Stewardship-Standards für die Tuberkuloseversorgung veröffentlicht.  

Antimicrobial Stewardship (AMS) ist in vielen Bereichen der Infektionsmedizin bereits etabliert, bisher fehlt jedoch ein anwendbares Konzept für die Tuberkuloseversorgung. Tuberkulose (TB) trägt in erheblichem Maße zur globalen Last antimikrobieller Resistenzen bei. Besonders besorgniserregend ist die zunehmende Resistenz gegenüber neueren Medikamenten wie Bedaquilin, da dadurch die in den vergangenen Jahren erzielten Fortschritte in der Behandlung der medikamentenresistenten TB gefährdet werden. 

Vor diesem Hintergrund wurden nun erstmals klinische Standards für Antimicrobial Stewardship in der TB-Versorgung veröffentlicht. Folgende Empfehlungen wurden veröffentlicht:

  1. Integration der TB in nationale Aktionspläne zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen.
  2. Implementierung von TB-Überwachungssystemen.
  3. Schulung von Gesundheitsfachkräften, TB-Betroffenen und der Öffentlichkeit.
  4. Integration der TB in die Aktivitäten des Antibiotikamanagements.
  5. Einrichtung von Konsiliardiensten.
  6. Gezielte Testung und präventive Behandlung von TB-Risikogruppen.
  7. Zugang zu zeitnahen und umfassenden Resistenztests.
  8. Priorisierung von Wirksamkeit, Sicherheit und Resistenzprävention in TB-Therapien.
  9. Klinische und mikrobiologische Überwachung des Therapieerfolgs.
  10. Beurteilung der Therapietreue, der Medikamentenexposition und der Resistenzentwicklung bei Therapieversagen.

Diese klinischen Standards sollen dazu beitragen, dass Tuberkulose auch in Zukunft wirksam, sicher und verantwortungsvoll behandelt werden kann.