Die meisten Kinder infizieren sich im Säuglingsalter das erste Mal mit RSV. Etwa 2–3 % erkranken dabei an einer Bronchiolitis. Oft wird eine stationäre Aufnahme im Spital, in schweren Fällen sogar eine intensivmedizinische Versorgung, notwendig. Die meisten Säuglinge erholen sich vollständig.
Eine Analyse dänischer Patienten- und Medikamentenregister zeigt jetzt, dass Kinder, die wegen einer RSV-Bronchiolitis hospitalisiert wurden, ein 3,3 % erhöhtes Risiko haben, später an Asthma zu erkranken. Das Risiko erhöht sich auf 5,38 %, wenn die Mutter an Asthma erkrankt ist, und bei einer Asthmaerkrankung des Vaters auf 4,73 %.
Die pathogenetischen Grundlagen wurden in Experimenten an Mäusen untersucht. Labormäuse wurden mit RSV-ähnlichen Mäuse-Pneumonieviren (PVM) infiziert. Die Tiere entwickelten daraufhin eine allergische Reaktion der Bronchien, vergleichbar mit Asthma. Das Forschungsteam konnte bei den Mäusen die Entwicklung von Asthmaerkrankungen jedoch durch eine Impfung der Mäuse, aber auch durch Hinzufügen von protektiven Antikörpern in die Muttermilch verhindern.
Die Ergebnisse lassen hoffen, dass die RSV-Prophylaxe mit dem Antikörper Nirsevimab Neugeborene nicht nur vor einer schweren Bronchiolitis, sondern auch vor späteren Asthmaerkrankungen schützt. Auch eine Prophylaxe durch eine Impfung von Schwangeren ist vorstellbar. Weiter Studien sind jetzt notwendig, um die Ergebnisse zu bestätigen.