Eierstockkrebs bleibt häufig lange unerkannt. Bei sieben der zehn Betroffenen hat der Tumor bereits metastasiert, meist ins Omentum. Eine Studie der Uni Basel analysierte Gewebeproben der Bauchfellschürze von Ovarialkarzinom-Patientinnen mit und ohne Metastasen, und von Patientinnen mit anderen Krebserkrankungen. Das gesunde Omentum weist eine ausgewogene Zellzusammensetzung auf. An allen untersuchten Stellen kamen die gleichen Zellen, darunter Oberflächenzellen, Stammzellen des Bindegewebes und Immun-Gedächtniszellen vor, in gleichem Mengen vor. In Eierstockkrebs-Patientinnen war das Omentum jedoch umgebaut, in ein Milieu, das die Tumorausbreitung begünstigt. Es waren mehr Immunzellen vorhanden, die den Angriff des Immunsystems auf Tumorzellen hemmen. Auch das Gewebe fern vom Tumor verändert sich in der Zusammensetzung und enthält bereits einzelne Tumorzellen. Dies führt dazu, dass die normale Gewebestruktur und Regenerationsfähigkeit verloren geht.
Die Ergebnisse geben Hinweise, dass es sinnvoll sein kann, bei der chirurgischen Entfernung der Tumore auch größerer Teile des Omentum zu entfernt und nicht nur die sichtbar erkrankten Teile. Damit könnten möglicherweise Rückfälle verringert werden. Eine klinische Studie muss jetzt prüfen, wie die Prognose und die Lebensqualität bei diesem Vorgehen ist.