Hausärzt:in 12/2025
Ärzt:in Assistenz 2025

ME/CFS-Anlaufstellen

Burgenland soll eine Anlaufstelle für ME/CFS in Bad Tatzmannsdorf bekommen. In weiteren Bundesländern sind Behandlungsstellen für 2026 geplant. 

Im Laufe des Jahres soll eine ME/CFS-Anlaufstelle in Bad Tatzmannsdorf eingerichtet werden. Eine Pilotgruppe für maximal zehn Personen soll noch im ersten Quartal starten und eine bedarfsorientierte Betreuung ermöglichen, die sowohl ambulant als auch stationär stattfinden kann. Im Vordergrund soll ein gesamtheitlicher Zugang stehen, der durch ein multiprofessionelles Team aus Ärzt:innen, Psychologen:innen sowie Ergo- und Physiotherapeuten:innen gewährleistet werden soll.

Erste Angebote zur Unterstützung von Betroffenen gibt es im Burgenland. Der Psychosoziale Dienst steht zum Beispiel zur Verfügung, und das Reduce Ressort Bad Tatzmannsdorf bietet ein "Modul Long Covid" zur Regeneration an.

Das Burgenland ist damit neben Salzburg und der Steiermark ein weiteres Bundesland, das bereits 2026 eine solche Behandlungsstelle erhalten soll. In Salzburg wurde im Dezember ein Konzept für eine Versorgung von Patient:innen mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS) wie Long Covid oder ME/CFS präsentiert. Neben den ersten Ansprechpartnern im hausärztlichen Bereich wird für weiterführende Diagnostik am Tauernklinikum Zell am See eine Anlaufstelle eingerichtet. Ebenfalls soll heuer noch eine entsprechende Stelle in der Steiermark entstehen. Für das erstellte Konzept sollen im ersten Quartal 2026 erste Umsetzungsschritte erfolgen, hieß es im November.

Auch Wien hat bereits die Einrichtung eines PAIS-Kompetenzzentrums angekündigt. Die Umsetzung soll bis Ende 2028 erfolgen, ein Probebetrieb soll Anfang 2027 starten. In Vorarlberg hieß es zuletzt im Dezember nach einer Sitzung der Landeszielsteuerungskommission, es sei eine Weiterentwicklung der bestehenden Koordinationsstelle Long Covid am Landeskrankenhaus Hohenems zu einem integrierten Versorgungsnetzwerk für PAIS vorgesehen.

Auch in Niederösterreich soll es bereits Planungen für ein Betreuungsprojekt geben, hieß es am Dienstag bei einem Stakeholder-Meeting der WE&ME-Stiftung der Familie Ströck, die sich der Erforschung der Multisystemerkrankung ME/CFS widmet. Angekündigt wurde dort auch ein Betreuungsangebot der Caritas Socialis ab dem zweiten Quartal 2026 unter dem Titel "NORDLICHT - Pflege und Betreuung für Menschen mit ME/CFS".

Die Corona-Pandemie hat die Multisystemerkrankung ME/CFS in den Fokus gerückt. Viele Patient:innen fühlen sich in ihren Beschwerden nicht ernst genommen und es fehlt immer noch Anlaufstellen für die Diagnose und Behandlung.