Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Nierenscreening heute wichtiger denn je

Moderene medikamentöse Therapien können das Fortschreiten der chronischen Nierenkrankheit (CKD) deutlich bremsen oder sogar einen Stillstand der Nierenschädigung erreichen. Voraussetzung dafür ist aber eine frühzeitige Diagnose.

Die CKD verläuft oft über Jahre asymptomatisch und wird nur entdeckt, wenn gezielt danach gesucht wird. Dabei ist die Früherkennung einfach mittels Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (eGFR) und der Harnalbumin-Kreatinin-Ratio (UACR) möglich. Insbesondere der UACR ist häufig das frühest messbare Zeichen für eine Nierenschädigung. 

Die evidenzbasierte Therapie basiert auf SGLT2-Inhibitoren, nichtsteroidale Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten, GLP-1-Rezeptoragonisten sowie RAAS-Blockern. Eine aktuelle internationale Metaanalyse im JAMA mit mehr als 70.000 Patient:innen zeigt, dass sogenannte SGLT2-Inhibitoren das Risiko für ein Fortschreiten der CKD signifikant senken, unabhängig von der Ausgangsnierenfunktion, vom Ausmaß der sogenannten Albuminurie und von der Ursache der CKD. Der schützende Effekt war selbst bei fortgeschrittener Erkrankung nachweisbar. Außerdem beschreibt ein aktueller Übersichtsartikel einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Nephrologie: weg vom bloßen Verlangsamen des Krankheitsverlaufs, hin zu einer Remission der CKD.

Trotz klarer Empfehlungen erfolgt die Umsetzung des Screenings und die daran anschließende Therapieanpassung nach wie vor viel zu selten. Selbst Personen mit Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, arterieller Hypertonie und kardiovaskulären Erkrankungen, die laut nationalen und internationalen Leitlinien einmal im Jahr ein CKD-Screening erhalten sollten, werden nicht getestet.