Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. In Österreich sind etwa 100.000 Menschen betroffen. Neben Symptomen wie Palpitationen, Fatigue und Dyspnoe besteht vor allem ein erhöhtes Schlaganfallrisiko durch thromboembolische Ereignisse infolge der gestörten Vorhofkontraktion.
Standard der Schlaganfallprävention ist die orale Antikoagulation. Bei Patient:innen mit hohem Blutungsrisiko – etwa bei stattgehabten Blutungen, Niereninsuffizienz oder relevanten Komorbiditäten – stellt der katheterbasierte Verschluss des linken Vorhofohrs eine Alternative dar. Dabei wird ein Okkluder implantiert, um die Thrombenquelle auszuschalten, danach ist eine zeitlich begrenzte antithrombotische Therapie erforderlich.
Eine aktuelle randomisierte Studie verglich dieses Verfahren mit einer individualisierten medikamentösen Therapie bei Patient:innen mit gleichzeitig hohem Schlaganfall- und Blutungsrisiko. Über einen medianen Follow-up von drei Jahren wurden schwerwiegende Ereignisse (Schlaganfall, schwere Blutung, kardiovaskulärer Tod) erfasst.
Der Vorhofohrverschluss zeigte keinen Vorteil gegenüber der medikamentösen Therapie. Die Zahl schwerwiegender Ereignisse war in der Interventionsgruppe häufiger als in der Vergleichsgruppe.
Fazit: Bei Hochrisikopatient:innen lässt sich derzeit kein genereller Vorteil des interventionellen Ansatzes ableiten. Die Autor:innen betonen: "Der Vorhofohrverschluss bleibt ein relevantes Verfahren, das das Schlaganfallrisiko reduzieren kann. Entscheidend ist jedoch, für welche Patient:innengruppen er tatsächlich einen zusätzlichen Nutzen bringt. Genau hier besteht weiterer Forschungsbedarf." Weitere Studien müssen klären, welche Patient:innen am besten von einem Vorhofohrverschluss profitieren – und ob eine Kombination mit einer medikamentösen Blutverdünnung Vorteile bringen könnte.