Hausärzt:in 7-8/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

Rheumatoide Arthritis: Frühe Diagnose entscheidet über die Prognose

Eine neue Übersichtsarbeit unter Beteiligung der MedUni Wien fasst die aktuelle Evidenz zu Entstehung, Diagnostik, Therapie und Prognose der rheumatoiden Arthritis zusammen.

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die mit einer persistierenden Entzündung der Gelenkinnenhaut einhergeht und langfristig zu irreversiblen Knorpel- und Knochenschäden führen kann. Weltweit sind etwa 0,53 % der erwachsenen Bevölkerung davon betroffen.

Für die Analyse werteten Forscher:innen der MedUni Wien und der Stanford University insgesamt 120 Studien sowie internationale Leitlinien aus. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die ersten Wochen nach Symptombeginn prognostisch relevant sind. Wird die Erkrankung möglichst innerhalb von sechs Wochen erkannt, kann frühzeitig eine Behandlung mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) begonnen werden, wodurch sich das Fortschreiten der Erkrankung bremsen lässt.

Aktuellen europäischen Empfehlungen zufolge gilt Methotrexat als Erstlinientherapie, gegebenenfalls ergänzt durch eine kurzfristige Glukokortikoidtherapie. Ziel der Behandlung ist eine Reduktion der Krankheitsaktivität um mindestens 50 % innerhalb von drei Monaten sowie das Erreichen einer Remission oder zumindest einer niedrigen Krankheitsaktivität nach sechs Monaten. Rund 40 % der Patient:innen erreichen dieses Ziel unter einer Methotrexat-basierten Therapie. Bei unzureichendem Ansprechen kann die zusätzliche Gabe von Biologika oder Januskinase-Inhibitoren (JAK-Inhibitoren) die Remissionsrate beziehungsweise den Anteil der Patient:innen mit niedriger Krankheitsaktivität auf etwa 80 % erhöhen.

Die Autor:innen unterstreichen zudem die Bedeutung des "Treat-to-Target"-Konzepts. Dabei werden Krankheitsaktivität und Therapieansprechen regelmäßig anhand standardisierter Parameter überprüft und die Behandlung bei Bedarf konsequent angepasst. Dieses Vorgehen ist einer routinemäßigen Versorgung ohne definierte Therapieziele hinsichtlich der Behandlungsergebnisse überlegen.

Früh erkennen, gezielt behandeln und den Therapieerfolg regelmäßig überprüfen: Diese Faktoren sind entscheidend, um den Krankheitsverlauf der rheumatoiden Arthritis günstig zu beeinflussen, Gelenkschäden vorzubeugen und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.