Beim Kongress stand vor allem eines im Mittelpunkt: die Praxis. Das Programm setzte bewusst auf alltagsrelevante Themen für die hausärztliche Versorgung, interaktive Workshops und Fallbeispiele aus der täglichen Arbeit in der Ordination. Von Schmerztherapie über Labordiagnostik und Schlafmedizin bis hin zu Themen, die im Medizinstudium oft zu kurz kommen, etwa ärztliche Professionalität, Niederlassungsformen oder das Praxismanagement. Der Kongress griff jene Bereiche auf, denen junge Allgemeinmediziner:innen im Berufsleben immer wieder begegnen werden.
Neben klassischen allgemeinmedizinischen Themen widmete sich der Kongress auch einigen weniger häufig behandelten, aber relevanten Themen. Dazu zählten etwa ein Einblick in die Arbeit der Gewaltambulanz oder Straßenmedizin für obdach- und wohnungslose Menschen. Damit zeigte die Junge Allgemeinmedizin bewusst die große thematische Bandbreite des Fachs auf und eröffnete den Teilnehmenden neue Perspektiven auf die vielfältigen Aufgaben in der hausärztlichen Versorgung.
Mindestens ebenso wichtig wie die fachlichen Inhalte war jedoch die Vernetzung. Die Veranstaltung versteht sich als Plattform für angehende und junge Allgemeinmediziner:innen, um Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Formate wie die Balintgruppe, Podiumsdiskussionen und die begleitenden Social-Events boten dafür zahlreiche Gelegenheiten. Damit verfolgt die JAMÖ ein klares Ziel: junge Ärzt:innen frühzeitig zu vernetzen, gegenseitige Unterstützung zu fördern und gemeinsam die Grundlagen für eine starke, zukunftsfähige allgemeinmedizinische Versorgung in Österreich zu schaffen. Denn eine qualitativ hochwertige Primärversorgung braucht nicht nur fachliche Expertise, sondern auch ein belastbares, lebendiges Netzwerk engagierter Kolleg:innen.