In der modernen medizinischen Versorgung ist die Digitalisierung längst kein technologischer Selbstzweck mehr, sondern die notwendige Antwort auf ein massiv gestiegenes Arbeitsaufkommen. Der Arbeitsalltag in Ordinationen ist anspruchsvoll: Das Telefon läutet, Befunde müssen zugeordnet, Rezeptanfragen bearbeitet und Termine koordiniert werden. Gleichzeitig warten Patient:innen am Empfang und möchten persönlich betreut werden. Digitale Werkzeuge können viele dieser organisatorischen Aufgaben vereinfachen. Der eigentliche Gewinn sollte jedoch nicht darin bestehen, die frei gewordene Zeit sofort mit noch mehr Terminen zu füllen. Digitalisierung ist dann erfolgreich, wenn sie auch mehr Ruhe, Qualität und persönliche Zuwendung ermöglicht.
Die österreichische Gesundheitsversorgung folgt dem Leitgedanken der eHealth-Strategie: "Digital vor ambulant vor stationär." Digitale Angebote sollen Patient:innen einen einfachen Zugang zur passenden Versorgung bieten, die ambulante Betreuung unterstützen und stationäre Aufenthalte dort vermeiden, wo sie medizinisch nicht erforderlich sind. Ordinationsassistent:innen könnten dabei eine wichtige Lots:innenfunktion übernehmen: Sie unterstützen Patient:innen bei der Nutzung digitaler Angebote und erkennen gleichzeitig, wann ein persönliches Gespräch oder eine rasche medizinische Abklärung notwendig ist.