Im Januar wurden in Indien zwei Virusfälle gemeldet, während in Bangladesch Ende Januar ein tödlicher Krankheitsverlauf verzeichnet wurde. Alle Kontaktpersonen wurden überwacht und negativ auf das Nipah-Virus getestet, bislang wurden keine weiteren Fälle festgestellt.
Das Nipah-Virus ist ein zoonotisches Virus, das hauptsächlich von Tieren auf den Menschen übertragen wird. Sein natürlicher Wirt sind Flughunde, aber es kann auch auf Schweine übertragen werden. Menschen können sich durch den Kontakt mit Tieren infizieren, oder auch durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Erkrankten. Eine häufige Infektionsquelle ist das Trinken von rohem Dattelsaft, der mit Fledermauskot kontaminiert ist.
Die Symptome der Erkrankung sind Fieber, Atemprobleme, Myalgie oder eine Enzephalitis. Aufgrund der unspezifischen Frühsymptome ist die Diagnose schwierig. Daher ist eine RT-PCR notwendig, im späteren Krankheitsverlauf können virusspezifische Antikörper mittels ELISA quantifiziert werde.
Die Mortalität wird zwischen 40 und 75 % geschätzt, je nach medizinischer Versorgungslage. Bisher gibt es noch keine spezifische Behandlung oder Impfung, und die Therapie beschränkt sich auf die Behandlung der Symptome.
Seit dem ersten Ausbruch im Jahr 2001 ist dies bereits der neunte Nipah-Virus-Ausbruch in Indien. Es kommt zwischen Dezember und April immer wieder zu Ausbrüchen, auch in Bangladesch, Singapur, Philippinen oder Malaysia.
Die WHO sieht das Risiko für eine Pandemie momentan als niedrig an, da die Ausbrüche regional begrenzt sind, und die Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus selten ist. Außerdem sind infizierte Personen meist symptomatisch. Trotzdem sollte die Situation beobachtet werden, daher haben einige asiatische Länder ihre Einreisekontrollen bereits verstärkt, durch z.B. Temperaturmessungen.
Um sich vor einer Infektion zu schützen, hilft häufiges Händewaschen mit Seife, das Abkochen von Schweinefleisch und Palmsaft und das Vermeiden von Kontakt mit Wildtieren.