Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Immer mehr Kinder leiden unter Nierensteinen

Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) warnt, dass ein stetiger Anstieg an Nierensteinen bei Kindern zu beobachten ist. 

In den letzten Jahren ist den Industrieländern ein deutlicher Anstieg von 4–10 % von Nierensteinen bei Kindern beobachtet worden. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Nierensteinen im Kindesalter habe sich im vergangenen Jahrzehnt verfünffacht.

Mehrere Faktoren tragen zur Steinbildung bei:

  • Ernährung und Lebensstil: Übergewicht, hoher Konsum von fruktosehaltigen Getränken, salzreiche Fertigprodukte und unzureichende Flüssigkeitszufuhr erhöhen das Risiko.
  • Mangelnde Kalziumaufnahme: Eine zu geringe orale Kalziumzufuhr reduziert den natürlichen Schutz gegen Kristallbildung.
  • Umweltfaktoren: Hitzewellen und steigende Temperaturen führen zu erhöhter Urinkonzentration und fördern Harnstein-Episoden.
  • Medikamente: Der häufige Einsatz von Antibiotika kann schützende Darmbakterien reduzieren, die zur Regulation von steinbildenden Substanzen beitragen.
  • Alters- und entwicklungsabhängige Faktoren: Bei Kleinkindern dominieren genetische, metabolische und anatomische Ursachen; in der Pubertät spielt der Einfluss von Umweltfaktoren eine größere Rolle.

Nierensteine entstehen, wenn der Urin mit steinbildenden Substanzen (Kalziumoxalat, Kalziumphosphat, Harnsäure) übersättigt ist und gleichzeitig schützende Faktoren wie Citrat oder Magnesium fehlen. Solange die Steine in der Niere verbleiben, verursachen sie oft keine Symptome. Bei Wanderung in den Harnleiter können aber Harnstau und Koliken auftreten. Therapeutische Optionen reichen dann von extrakorporaler Stoßwellenlithotripsie bis zu chirurgischen oder laparoskopischen Eingriffen bei größeren Steinen.

Vorbeugen kann man durch ausreichend Flüssigkeitszufuhr, vor allem mit Wasser und ungesüßtem Tee. Kinder von vier bis sechs Jahren sollten rund 0,8 bis einen Liter täglich trinken, Sieben- bis Neunjährige gut einen Liter, Kinder von zehn bis zwölf Jahren rund 1,2 Liter, Jugendliche von 13 bis 14 Jahren 1,3 Liter und 15- bis 18-Jährige in etwa 1,5 Liter. Je nach körperlicher Aktivität, Außentemperatur oder Erkrankung kann der Bedarf auch deutlich höher liegen.