Mit Ensitrelvir könnte in der EU demnächst ein antiviraler Wirkstoff für die Postexpositionsprophylaxe von COVID-19 zur Verfügung stehen. Ensitrelvir ist ein oral verfügbarer, systemisch wirksamer 3CL-Proteasehemmer, der die Replikation von SARS-CoV-2 durch selektive Hemmung der viralen 3C-like-Protease unterbindet.
Der Wirkmechanismus ähnelt dem von Nirmatrelvir. Im Unterschied zu Nirmatrelvir erfordert Ensitrelvir jedoch keine pharmakokinetische Verstärkung mit Ritonavir, wodurch potenzielle Arzneimittelinteraktionen reduziert werden könnten. Während Nirmatrelvir/Ritonavir zur Behandlung von COVID-19 bei Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf eingesetzt wird, ist Ensitrelvir für einen anderen Anwendungsbereich vorgesehen. Die Postexpositionsprophylaxe nach Kontakt mit einer SARS-CoV-2-infizierten Person.
Grundlage der positiven CHMP-Stellungnahme ist eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie. Darin verringerte Ensitrelvir das Risiko einer symptomatischen COVID-19-Erkrankung bei Haushaltskontakten von Personen mit COVID-19, wenn die Behandlung innerhalb von 72 Stunden nach Symptombeginn der Indexpatient:in begonnen wurde.
Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählen Hypertriglyzeridämie, Kopfschmerzen, Diarrhö und Übelkeit.