Hausärzt:in 02/2024

Krebsversorgung 2040: Österreichische Gesellschaften fordern dringende Maßnahmen

Die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO) und die Österreichische Krebshilfe haben den "Österreichischen Krebsreport 2023" vorgestellt und darauf hingewiesen, dass dringende Maßnahmen erforderlich sind, um die Krebsversorgung bis 2040 zu gewährleisten.

Die WHO prognostiziert eine Verdoppelung der Krebsneuerkrankungen weltweit bis 2040. Auch in Österreich wird aufgrund des wachsenden Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung ein Anstieg der Krebsfälle erwartet. Derzeit erkranken etwa 45.000 Menschen jährlich in Österreich an Krebs, rund 400.000 leben mit einer Krebsdiagnose. Die Anzahl der Krebsneuerkrankungen wird entsprechend bis 2030 auf bis zu 50.000 jährlich steigen, die Anzahl der Menschen mit einer Krebsdiagnose von derzeit 400.000 auf knapp 460.000. 

Bis 2040 wird die Zahl der Menschen im Alter von 75 Jahren und älter um knapp 60 Prozent zunehmen. Weltweit dürften bis 2040 laut Prognose etwa 29 bis 37 Millionen Menschen neu an Krebs erkranken.

Angesichts dieser Entwicklungen betonen die Expert:innen die Notwendigkeit von folgenden Maßnahmen:

  • Etablierung von "Cancer Nurses" als spezialisiertes Berufsbild, insbesondere in der Pflege.
  • Einsatz der zugesagten Mittel für den Ausbau von Palliative Care, um dem erwarteten Anstieg des Bedarfs gerecht zu werden.
  • Schaffung einer innovationsfreundlichen Kultur und Bereitstellung finanzieller Mittel für die Krebsforschung.
  • Aufnahme von "Psycho-Onkologie" in die Regelfinanzierung, um die psychoonkologische Versorgung für Krebspatient:innen sicherzustellen.

Die Organisationen betonen die Dringlichkeit dieser Maßnahmen, um auch weiterhin eine optimale onkologische Versorgung für die wachsende Anzahl von Krebspatient:innen zu gewährleisten.

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