HPV gilt, gemeinsam mit Herpes und Chlamydien, als eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Die meisten HPV-Infektionen vergehen von selbst, aber länger anhaltende Infektionen können Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs, Analkrebs, Vulvakarzinom, Scheidenkrebs und Rachenkrebs sowie deren Vorstufen auslösen.
Mit der rechtzeitigen zweiteiligen HPV-Schutzimpfung können die Entstehung dieser 6 verschiedenen Karzinome vorgebeugt werden. Denn die Impfung kann 90 % der HPV-bedingten Krebserkrankungen verhindern. Eine Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt ist am effektivsten. In Österreich wird daher die HPV-Impfung als kostenlose Kinderimpfung für 9- bis 11-Jährige empfohlen. Nicht nur Mädchen sollten geimpft werden, sondern auch Jungen, denn auch sie können HPV-bedingten Krebs entwickeln. Derzeit liegt in Österreich die Durchimpfungsrate mit HPV bei Jugendlichen bis 17 Jahren bei 60 %.
Ohne die Impfung baut sich kaum HPV-Schutz auf, denn die Infektionen verlaufen häufig symptomlos, mit schwacher Immunreaktion und kaum Antikörperbildung. Doch je öfter eine HPV-Infektion auftritt und je länger sie dauert, desto wahrscheinlicher ist, dass sich Krebs entwickelt.
Der HPV-Impfstoff hat sich die letzten Jahre weiterentwickelt, während es anfangs noch ein Vierfachimpfstoff war, wird mittlerweile mit einem Neunfachimpfstoff geimpft. Studien zeigen, dass auch nach 20 Jahren noch Impfschutz besteht. Eine Auffrischungsimpfung ist daher nicht notwendig. Frauen, die den Neunfachimpfstoff noch nicht erhalten haben, sollten sich mit dem neuen Impfstoff impfen lassen, da dadurch der Schutz vor Gebärmutterhalskrebs erhöht wird. Der neue Impfstoff enthält zusätzlich den HPV-Typ 33, der besonders ab dem 50. Lebensjahr häufiger Gebärmutterhalskrebs verursachen kann. Männer infizieren sich hauptsächlich mit den HPV-Typen 6 und 16 und sind daher auch durch Impfstoffe der ersten Generation geschützt.
Zusätzlich ist die HPV-Testung eine wichtige Säule der Früherkennung. Bekannter als der HPV-Test ist jedoch der PAP-Abstrich, während das Risiko für Gebärmutterhalskrebs bei einem negativen HPV-Test bei praktisch null liegt, ist die Sensitivität eines PAP-Abstrichs nur 50 %. Daher macht eine HPV-Testung alle 5 Jahre Sinn, jedoch ist der Test in Österreich momentan eine private Vorsorgeleistung und kostet etwa 50 Euro. Bei einem auffälligen PAP-Abstrich oder entsprechenden Verdachtsdiagnose vom Gynäkologen werden die Kosten der HPV-Testung von den Krankenkassen übernommen.