Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Interatrialer Shunt bei Herzinsuffizienz

Das IQWiG führte eine Nutzenbewertung des interatrialen Shunts bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpleistung durch. 

Bei einer Herzinsuffizienz ist der Blutfluss im Körper gestört und kann zu körperlicher Schwäche, Kurzatmigkeit und Wassereinlagerungen führen. Bei einer reduzierten linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF < 40 %) ist die Herzinsuffizienz bereits fortgeschritten. Der erhöhte Druck im linken Vorhof des Herzens kann durch Implantation eines interatrialen Shunts, einer direkten Verbindung zwischen linkem und rechtem Vorhof, gesenkt werden.

Das IQWiG analysierte jetzt Ergebnisse der einzigen randomisierten Studie, RELIEVE-HF und zusätzliche unveröffentlichte Ergebnisse. Ziel war die Nutzenbewertung einer Behandlung mit einem perkutan implantiertem interatrialen Shunt als mögliche Ergänzung einer leitliniengerechten medikamentösen Behandlung im Vergleich zu einer alleinigen medikamentösen Standardversorgung.

Auf Basis vom Hersteller nachgelieferten Studienunterlagen ergibt sich ein höherer Nutzen bei den Herzinsuffizienz-bedingten- und Gesamthospitalisierungen. Jedoch zeigen sich hinsichtlich zentraler Kategorien wie Mortalität und gesundheitsbezogene Lebensqualität weiterhin keine Vorteile. Gleiches gilt für die Endpunkte Gesundheitszustand und körperliche Belastbarkeit. Die Daten zeigen aber auch, dass es nicht zu mehr schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen kommt, und dass sich durch den Shunt kein höherer Schaden ergibt.

Insgesamt liefert die Analyse einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen der Behandlung mittels perkutan implantierter interatrialer Shunts zusätzlich zur leitliniengerechten Therapie im Vergleich zu einer alleinigen leitliniengerechten medikamentösen Behandlung.