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Impfplan 2026/27: Österreich aktualisiert Impfempfehlungen

Mit dem Impfplan Österreich 2026/2027 hat das Nationale Impfgremium mehrere Empfehlungen aktualisiert. Die wichtigsten Neuerungen betreffen die COVID-19-Impfung, die Auffrischungsintervalle bei Pertussis sowie Anpassungen bei Pneumokokken- und RSV-Impfungen.

Die COVID-19-Impfung bleibt in Österreich auch in der Saison 2026/27 für Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensmonat, Jugendliche und Erwachsene kostenfrei verfügbar. Neu ist die klarere Ausrichtung auf eine saisonale Impfstrategie: Die Auffrischungsimpfung soll bevorzugt im Spätsommer beziehungsweise Herbst erfolgen, bevor die erwartete Zunahme der Viruszirkulation einsetzt. Empfohlen wird die jährliche Auffrischungsimpfung insbesondere für Personen ab 60 Jahren, Bewohner:innen von Pflegeeinrichtungen, Gesundheitspersonal sowie Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe. Dazu zählen unter anderem Patient:innen mit chronischen Herz-Kreislauf-, Lungen-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen, Adipositas, Immunsuppression, onkologischen Erkrankungen und Schwangere.

Eine der praxisrelevantesten Änderungen betrifft die Auffrischungsimpfungen gegen Pertussis. Nach abgeschlossener Grundimmunisierung und den beiden empfohlenen Auffrischungen im Kindes- und Jugendalter werden Boosterimpfungen mit einem Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Kombinationsimpfstoff künftig bis zum vollendeten 60. Lebensjahr nur mehr alle zehn Jahre empfohlen. Bisher waren kürzere Auffrischungsintervalle vorgesehen. Für Personen ab 60 Jahren bleibt das Fünfjahresintervall bestehen. Die Änderung betrifft zugleich die Empfehlungen zu Diphtherie und Tetanus. Eine Poliokomponente wird nach den beiden schulischen Auffrischungen nur noch bei spezieller Indikation benötigt.

Die Empfehlungen zur Pneumokokkenimpfung wurden aktualisiert und präzisiert. Besonders hervorzuheben ist die Aufnahme des 21-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoffs (PCV21) in den Impfplan. Dieser wird nun bei spezieller Indikation bereits ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr empfohlen. Die Anpassung trägt der Weiterentwicklung der verfügbaren Impfstoffe Rechnung und dürfte insbesondere für Personen mit chronischen Erkrankungen oder Immundefizienz relevant sein.

Auch das Kapitel zur Impfung gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) wurde überarbeitet. Der Impfplan berücksichtigt die mittlerweile verfügbaren Impfstoffe und die wachsende Evidenz für den Schutz älterer Menschen und weiterer Risikogruppen vor schweren RSV-Verläufen. Die Aktualisierung unterstreicht die zunehmende Bedeutung von RSV als relevante Ursache für Hospitalisierungen im höheren Lebensalter und bei vulnerablen Patient:innen.

Erstmals enthält der Impfplan zudem ein eigenes Kapitel zu den nationalen Impfzielen. Damit wird stärker betont, dass Impfungen nicht nur dem individuellen Schutz dienen, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Krankheitsprävention auf Bevölkerungsebene leisten.

Den aktualisierten Impfplan finden Sie hier.