Hausärzt:in 6/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Hüftfraktur: Dual-Mobility-Hüftprothesen reduzieren Luxationsrisiko nach OP deutlich

In einer internationalen klinischen Studie unter der Leitung der Queen Mary University in London und der Universität Uppsala in Schweden konnte festgestellt werden, dass ein neuerer Typ von Hüftprothese, das sogenannte Dual-Mobility-Implantat, die Komplikationen bei Patient:innen drastisch reduziert.

Eine Hüftfraktur bei älteren Personen ist weltweit eine der häufigsten schweren Verletzungen. Jährlich sind mehr als 14 Millionen Menschen betroffen. In der DUALITY-Studie wurde ein neuerer Typ von Hüftprothese unter die Lupe genommen: Bei der Dual-Mobility-Hüftendoprothese (DM-THR) kommt eine kleine Kugel zum Einsatz, die von einer wesentlich größeren Kunststoffkugel umschlossen ist. Sie wurde speziell entwickelt, um das Risiko einer Luxation zu verringern. Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob die DM-THR das Luxationsrisiko im Vergleich zur herkömmlichen Hüftendoprothese (THR) senkt.

Im Mittelpunkt standen ältere Erwachsene mit bestimmten Arten von Hüftfrakturen, die eine Hüfttotalendoprothese benötigten. Diese Verletzungen treten weltweit häufig auf und können schwerwiegende Auswirkungen auf die Genesung, die Mobilität und die Selbstständigkeit haben. Rund 1.600 Patient:innen nahmen an der internationalen Studie teil, die in 44 Krankenhäusern in Großbritannien und Schweden behandelt wurden. Es handelte sich um die größte Studie dieser Art.

Die Ergebnisse zeigten deutliche Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Hüftprothesen:
Die Forscher:innen stellten fest, dass bei Patient:innen, die mit einer DM-THR behandelt wurden, das Risiko einer Luxation nach der Operation um 70 % geringer war. Sie fanden heraus, dass innerhalb eines Jahres nach der Operation nur 1,3 % der Patient:innen, die eine DM-THR erhielten, eine Luxation erlitten, verglichen mit 4,2 % derjenigen, die eine Standard-THR erhielten. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Studie keinen Anstieg anderer Risiken wie Infektionen oder Todesfälle feststellte und die Komplikationsraten insgesamt bei Patient:innen mit DM-THR niedriger waren.  

Die Forscher:innen kamen zu dem Schluss, dass Dual-Mobility-Implantate bei geeigneten Patient:innen als bevorzugte Option in Betracht gezogen werden sollten. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht.