Eine Makrohämaturie verursacht etwa 4 von 1.000 Notaufnahmen im Krankenhaus. Da frühere Studien herausfanden, dass bei 32 % der Patient:innen mit Makrohämaturie eine Krebserkrankung zugrunde lag, ist eine direkte Abklärung erforderlich. Bei 40 % der Fälle liegt eine gutartige Erkrankung, wie Harnwegsinfektion, Urolithiasis, Prostatablutung, Strahlenzystitis oder ein Trauma vor.
Die aktuelle Studie hat weltweit 8.500 Patient:innen in 382 Kliniken befragt. Insgesamt 5 % der Betroffenen waren bei der Aufnahme hämodynamisch instabil, 5 % hatten eine Sepsis, 11 % benötigten eine Intensivbetreuung und 21 % eine Bluttransfusion. Bei 47 % wurde bei der Aufnahme auf eine Bildgebung verzichtet und nur bei 35 % wurde eine Akutbehandlung durchgeführt.
Die Autor:innen betonen, dass aufgrund der hohen Rate von Krebserkrankungen innerhalb von 48 Stunden eine Computertomografie oder eine Zystoskopie durchgeführt werden sollte. Insgesamt 25 % der Patient:innen in der Befragung hatten eine Krebserkrankung. Die häufigste Ursache war mit einem Anteil von 20 % ein Urothelkarzinom und bei 18 % befand sich der Tumor in der Blase.
In der Klinik erfolgte die Krebsdiagnose in der Regel innerhalb von 2 Tagen. Bei den Patienten, die zunächst entlassen wurden, vergingen median 21 Tage. Sie verbrachten später durchschnittlich 5 zusätzliche Tage im Krankenhaus. Nach einer Makrohämaturie war das Sterberisiko um 2,5 % erhöht.