Hausärzt:in 03/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Makrohämaturie: Dringender Abklärungsbedarf

Auf der Jahrestagung der European Association of Urology in London wurden neue Ergebnisse zur Makrohämaturie vorgestellt. Obwohl es ein medizinischer Notfall ist, werden viele Betroffene ohne Diagnose nach Hause geschickt.

Eine Makrohämaturie verursacht etwa 4 von 1.000 Notaufnahmen im Krankenhaus. Da frühere Studien herausfanden, dass bei 32 % der Patient:innen mit Makrohämaturie eine Krebserkrankung zugrunde lag, ist eine direkte Abklärung erforderlich.  Bei 40 % der Fälle liegt eine gutartige Erkrankung, wie Harnwegsinfektion, Urolithiasis, Prostatablutung, Strahlenzystitis oder ein Trauma vor. 

Die aktuelle Studie hat weltweit 8.500 Patient:innen in 382 Kliniken befragt. Insgesamt 5 % der Betroffenen waren bei der Aufnahme hämodynamisch instabil, 5 % hatten eine Sepsis, 11 % benötigten eine Intensivbetreuung und 21 % eine Bluttransfusion. Bei 47 % wurde bei der Aufnahme auf eine Bildgebung verzichtet und nur bei 35 % wurde eine Akutbehandlung durchgeführt.

Die Autor:innen betonen, dass aufgrund der hohen Rate von Krebserkrankungen innerhalb von 48 Stunden eine Computertomografie oder eine Zystoskopie durchgeführt werden sollte. Insgesamt 25 % der Patient:innen in der Befragung hatten eine Krebserkrankung. Die häufigste Ursache war mit einem Anteil von 20 % ein Urothelkarzinom und bei 18 % befand sich der Tumor in der Blase. 

In der Klinik erfolgte die Krebsdiagnose in der Regel innerhalb von 2 Tagen. Bei den Patienten, die zunächst entlassen wurden, vergingen median 21 Tage. Sie verbrachten später durchschnittlich 5 zusätzliche Tage im Krankenhaus. Nach einer Makrohämaturie war das Sterberisiko um 2,5 % erhöht.