Hausärzt:in 05/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

HPV‑Impfung senkt Zervixkarzinom‑Mortalität deutlich

Eine neue Studie untersuchte erstmals auf Bevölkerungsebene die Entwicklung der Mortalität durch das Zervixkarzinom und schätzte den Einfluss der HPV‑Impfung auf die Reduktion krebsbedingter Todesfälle bei jungen Frauen in England.

Die Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) stellt einen zentralen Bestandteil globaler Strategien zur Eliminierung des Zervixkarzinoms dar. Während in mehreren Ländern bereits signifikante Rückgänge der Inzidenz beobachtet werden konnten, liegen bislang nur begrenzte Daten zum Einfluss auf die Mortalität vor. England führte 2008 ein nationales HPV‑Impfprogramm für Mädchen im Alter von 12–13 Jahren mit Durchimpfungsraten von 80–90 % ein, ergänzt durch ein Nachholprogramm für 14–18‑Jährige zwischen 2008 und 2010.

Analysen bevölkerungsbasierter Mortalitätsdaten (2001–2024) bei Frauen, im Alter von 20–34 Jahren, zeigen eine deutliche Reduktion der Zervixkarzinom‑Sterblichkeit. Bei 20–24‑Jährigen traten zwischen 2020 und 2024 bei einer Durchimpfungsrate von 88–90 % keine Todesfälle auf, gegenüber 23,1 erwarteten Fällen, dies entspricht einer Reduktion von 100 %. Auch in Nachholkohorten wurden signifikante Rückgänge beobachtet (80 % bei 20–24‑Jährigen; 69 % bei 25–29‑Jährigen). Insgesamt wird die HPV‑Impfung bis Ende 2024 mit der Vermeidung von rund 200 Todesfällen in England in Verbindung gebracht.

Damit liegt erstmals robuste nationale Evidenz dafür vor, dass eine hohe HPV‑Durchimpfung mit einer signifikanten Senkung der Zervixkarzinom‑Mortalität einhergeht.

Im Vergleich dazu liegt die Durchimpfungsrate bei unter 14‑Jährigen in Österreich aktuell bei lediglich etwa 56 %. Die HPV‑Impfung ist in Österreich für alle Personen vom 9. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr kostenfrei verfügbar. Darüber hinaus bestand für junge Erwachsene zwischen 21 und 30 Jahren im Rahmen eines Nachholprogramms die Möglichkeit, bei rechtzeitig erfolgter Erstimpfung bis Ende 2025 auch die zweite Dosis kostenfrei zu erhalten, wobei diese Option aktuell nur noch bis 30. Juni in Anspruch genommen werden kann. Vor dem Hintergrund der vorliegenden Daten unterstreicht dies die Dringlichkeit, die HPV-Impfakzeptanz und Durchimpfungsraten insbesondere im Jugendalter zu steigern.