Hausärzt:in 7-8/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

Aktuelle Daten zur Hörbeeinträchtigungen bei Erwachsenen

Nach aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts berichtet etwa jede dritte erwachsene Person in Deutschland über Hörprobleme.

Eine aktuelle Analyse des Robert Koch-Instituts basiert auf Daten von 22.708 Erwachsenen aus der GEDA-Studie 2019/2020, darunter 11.959 Frauen und 10.687 Männer. Für die Untersuchung zeitlicher Entwicklungen der Hörgerätenutzung wurden zusätzlich Daten von insgesamt 109.330 Teilnehmer:innen aus fünf GEDA-Erhebungswellen seit 2009 ausgewertet.

In der Querschnittsanalyse berichteten 32,5 % der Erwachsenen über Hörbeeinträchtigungen. Ein Hörgerät nutzte nur 5,4 % der Befragten, während 0,5 % als hochgradig schwerhörig oder gehörlos eingestuft wurden. Männer waren mit einer Prävalenz von 33,2 % etwas häufiger betroffen als Frauen mit 31,7 %.

Wie zu erwarten, nahm die Häufigkeit von Hörstörungen mit dem Alter deutlich zu. Während bei den 18- bis 49-Jährigen 23,3 % Hörprobleme angaben, lag die Prävalenz bei den 50- bis 79-Jährigen bereits bei 37,6 %. In der Altersgruppe ab 80 Jahren war mehr als jede zweite Person betroffen (50,5 %). Darüber hinaus zeigten sich Zusammenhänge zwischen Hörbeeinträchtigungen und einer geringen sozialen Unterstützung, einer schlechter eingeschätzten allgemeinen Gesundheit sowie depressiven Symptomen.

Die gesundheitlichen Folgen einer Hörminderung reichen weit über das eigentliche Hörvermögen hinaus. Ein eingeschränktes Hörvermögen kann das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen und sozialen Rückzug sowie Isolation begünstigen. Menschen mit Hörverlust berichten insbesondere dann häufiger über Einsamkeit, wenn sie keine Hörgeräte nutzen. Überdies weisen ältere Menschen mit ausgeprägten Hörbeeinträchtigungen häufiger Einschränkungen bei Aktivitäten des täglichen Lebens auf. Von besonderer klinischer Relevanz ist zudem, dass Hörverlust mittlerweile als einer der wichtigsten modifizierbaren Risikofaktoren für die Entwicklung einer Demenz gilt.

Angesichts der demografischen Entwicklung und des wachsenden Anteils älterer Menschen ist in den kommenden Jahren mit einer weiteren Zunahme von Hörbeeinträchtigungen und Schwerhörigkeit zu rechnen. Präventionsmaßnahmen, wie Lärmschutz bei der Arbeit und in der Freizeit sowie Screening bzw. Früherkennung von Hörstörungen, ebenso wie Aufklärungskampagnen z. B. zu gesundheitlichen Gefahren des Freizeitlärms, dürften daher künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Darüber hinaus werden von der WHO eine bedarfsgerechte Versorgung von Betroffenen, Rehabilitationsmaßnahmen für Erwachsene mit Schwerhörigkeit sowie eine Verbesserung der Kommunikation mit hörbeeinträchtigten Personen empfohlen.