Herz-Kreislauf-Erkrankungen können durch eine Kombination aus primärpräventiven Lebensstil-Maßnahmen, frühzeitiger pharmakologischer Intervention bei Risikopatient:innen und konsequenter Sekundärprävention wirksam verhindert werden. Besonders bei persistierenden Risikofaktoren wie Adipositas, Rauchen oder Alkoholkonsum könne der Ansatz der Schadensreduktion dazu beitragen, die Morbidität sowie Mortalität signifikant zu reduzieren.
Bei dem international besetzten Meeting der SALUS Alliance am 30.09.2026 findet ein Austausch zu verschiedensten Themen der Primär- und Sekundärprävention sowie "Harm Reduction" statt. Es wird von einer Reihe mitteleuropäischer Expert:innen aus verschiedensten Fachrichtungen veranstaltet. Mediziner:innen sowie weitere Fachleute aus Österreich, Serbien, Kroatien, Bulgarien, Slowenien und Tschechien werden teilnehmen, um aktuelle Herausforderungen sowie Strategien in der Primär- und Sekundärprävention zu diskutieren. Aus Österreich werden Prof. Dr. Bernhard Rupp von der Karl Landsteiner Universität und Lungenfacharzt Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Popp anwesend sein.
Auf der Agenda der Arbeitsgruppen stehen Themen wie Gesundheitsökonomie, Ernährung, Übergewicht, Zucker, "Harm Reduction" sowie die Bedeutung von Regulativen, wie z.B. Zuckersteuern und andere gesundheitspolitische Maßnahmen. Auch erfolgreiche Ansätze in der Suchtintervention werden behandelt, wie die 3 A: Accessability, Acceptability and Affordability. Ziel des Treffens ist es, den internationalen Austausch zu fördern und gemeinsame Impulse für Prävention, Früherkennung und gesundheitsfördernde Maßnahmen in Europa zu setzen.
Dass die Zuckersteuer derzeit zu den Topthemen in der Prävention zählt, bestätigt auch Prof. Dr. Bernhard Rupp: "Sie hat das Potenzial, einen positiven Effekt auf das Konsument:innenverhalten auszuüben, wenn sie von sinnvollen Begleitmaßnahmen ergänzt wird. Alternativ oder additiv zum Zucker kommen andere Süßungsmittel zum Einsatz. Diese sind nach heutigem Wissensstand in Summe weniger schädlich, bringen aber teilweise andere gesundheitliche Probleme mit sich und sollten deshalb medizinisch und gesundheitspolitisch beobachtet und gegebenenfalls reguliert werden." Für Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Popp gehört das Zigarettenrauchen zu den wesentlichen Gesundheitsrisiken und Krankheitsursachen und wäre der wichtigste vermeidbare Krankheitstreiber. Geschätzte 40 % der Krankheits- und Gesundheitskosten seien darauf zurückzuführen.
Die SALUS Alliance wurde im Sommer 2026 gegründet und versteht sich als mitteleuropäische Plattform zur Stärkung von Prävention und Früherkennung im Gesundheitsbereich.