Weltweit konsumieren Schätzungen zufolge 1,20 bis 1,25 Milliarden Menschen Tabak. Im Jahr 2023 waren rund 5,81 Millionen Todesfälle auf direkten Tabakkonsum zurückzuführen, weitere 1,66 Millionen auf die Exposition gegenüber Passivrauch. Tabakkonsum verursacht etwa 15 % aller Todesfälle bei Männern und rund 3 % bei Frauen. Schätzungsweise bis zu 40 % der tabak- und nikotinassoziierten Mortalität entfallen auf kardiovaskuläre Erkrankungen.
Für den Vergleich verschiedener Nikotinprodukte, darunter Tabakzigaretten, Wasserpfeifen, E-Zigaretten, Tabakerhitzer sowie orale Nikotinprodukte, wertete das Forschungsteam systematisch Daten zu toxischen Inhaltsstoffen und Emissionen, präklinische Studien zu vaskulären und endothelialen Mechanismen sowie klinische Studien und Biomarker-Untersuchungen aus.
Den ausgewerteten Daten zufolge weisen konventionelle Zigaretten das höchste kardiovaskuläre Schädigungspotenzial auf. Auch Passivrauchen beeinträchtigt die Gefäßfunktion. Bereits eine kurzzeitige Exposition kann die Endothelfunktion akut verschlechtern, die Thrombozytenaggregation fördern und vaskuläre Entzündungsprozesse induzieren.
Nikotin und weitere Tabakrauchbestandteile reduzieren die Bildung von eNOS und Prostazyklin und beeinträchtigen dadurch die vasoprotektiven und vasodilatatorischen Eigenschaften des Endothels. Gleichzeitig stimuliert Nikotin die Freisetzung von Endothelin-1, was zu einer zusätzlichen Vasokonstriktion führt. Die daraus resultierende endotheliale Dysfunktion gilt als wichtiger pathophysiologischer Mechanismus bei der Entstehung von Atherosklerose, arterieller Hypertonie und Herzinsuffizienz.
Auch E-Zigaretten sind nicht frei von kardiovaskulären Risiken. Gleiches gilt grundsätzlich für orale Nikotinprodukte wie Snus und Nikotinbeutel. Zwar entfällt bei diesen Produkten die Inhalation von Verbrennungsprodukten, jedoch können sympathoadrenerge Aktivierung, endotheliale Dysfunktion sowie potenzielle Belastungen durch Aromastoffe und weitere Zusatzstoffe zu kardiovaskulären Effekten beitragen. Für synthetische Nikotinprodukte sind Langzeitdaten bislang aber nur begrenzt verfügbar.
Nach Einschätzung der Autor:innen ist Nikotin nicht ausschließlich für die Entwicklung der Abhängigkeit verantwortlich, sondern entfaltet auch direkte organische und insbesondere vaskuläre Effekte. Ihr Fazit lautet, dass Verbrennung die stärkste Toxizität verursacht, allerdings ist kein nikotinhaltiges Produkt, unabhängig davon, ob es geraucht, erhitzt, verdampft oder oral konsumiert wird, als kardiovaskulär risikofrei anzusehen.
Gleichzeitig werden E-Zigaretten weiterhin als Instrument zur Tabakentwöhnung diskutiert. Ein aktueller Cochrane-Review zeigt, dass nikotinhaltige E-Zigaretten Rauchenden häufiger zu einer mindestens sechsmonatigen Abstinenz verhelfen als klassische Nikotinersatzpräparate wie Pflaster oder Kaugummis. Allerdings gelingt der Rauchstopp auch mit E-Zigaretten den meisten Betroffenen nicht. Den Daten zufolge erreichen etwa 90 von 100 Personen selbst mit nikotinhaltigen E-Zigaretten keine dauerhafte Tabakabstinenz. Die potenziellen Vorteile für die Rauchentwöhnung müssen daher gegen die verbleibenden gesundheitlichen Risiken des fortgesetzten Nikotinkonsums abgewogen werden.