Hausärzt:in 10/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

Herz-Kompass: Digitale Begleitung vor und nach Herzoperationen

Mit dem Herz-Kompass führen die Tirol Kliniken ein digitales Versorgungsprogramm für herzchirurgische Patient:innen ein. Die telemedizinische Anwendung soll die präoperative Vorbereitung unterstützen, die Nachsorge strukturieren und die Patienteninformation entlang des gesamten Behandlungspfads verbessern.

Die Tirol Kliniken haben gemeinsam mit der Universitätsklinik für Herzchirurgie Innsbruck und der herzchirurgischen Pflege den "Herz-Kompass" eingeführt. Die telemedizinische Anwendung soll Patient:innen vor und nach herzchirurgischen Eingriffen mit medizinisch validierten Informationen, Schulungsinhalten und strukturierten Begleitangeboten unterstützen.

Eine Herzoperation ist für viele Betroffene mit Unsicherheiten und Fragen verbunden. Neben der medizinischen Behandlung spielen eine gute präoperative Vorbereitung sowie eine strukturierte Nachsorge eine wichtige Rolle für den Behandlungserfolg. Der Herz-Kompass soll Patient:innen bereits vor dem stationären Aufenthalt erreichen und sie während des gesamten Behandlungsprozesses begleiten.

Künftig sollen rund 800 Patient:innen pro Jahr von dem digitalen Angebot profitieren. Über die Anwendung erhalten sie unter anderem Aufklärungsvideos, Bewegungsanleitungen, Checklisten sowie Erinnerungsfunktionen. Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz der Patient:innen zu stärken, eine aktive Vorbereitung auf den Eingriff zu fördern und Unsicherheiten im Zusammenhang mit Operation und Krankenhausaufenthalt zu reduzieren.

Unter dem Motto "Fit vor der OP – schneller fit nach der OP" beinhaltet das Programm zudem Übungen und Empfehlungen zur präoperativen Vorbereitung. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die körperliche Belastbarkeit vor dem Eingriff zu verbessern und die Rehabilitation nach der Operation zu unterstützen.

Nach Angaben der Projektverantwortlichen versteht sich der Herz-Kompass ausdrücklich als Ergänzung zur ärztlichen und pflegerischen Betreuung. Die digital bereitgestellten Informationen können von Patient:innen jederzeit aufgerufen und wiederholt angesehen werden und sollen dadurch die persönliche Kommunikation mit dem Behandlungsteam unterstützen.

Auch nach dem Eingriff begleitet die Anwendung Patient:innen mit Informationsangeboten zum Heilungsverlauf. Darüber hinaus werden standardisierte Fragebögen eingesetzt, um patientenberichtete Rückmeldungen systematisch zu erfassen. Diese Daten sollen einerseits die Qualitätssicherung unterstützen und andererseits helfen, Optimierungspotenziale in den Versorgungsabläufen frühzeitig zu identifizieren. Für die Herzchirurgie eröffnet das Programm damit zusätzliche Möglichkeiten zur strukturierten Patientenbegleitung und Prozessplanung.