Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Erste Behandlung der seltenen Thymidinkinase-2-Defizienz

Die EMA hat die Zulassung von Doxecitin/Doxribtimin empfohlen, für die Behandlung von Patient:innen mit genetisch bestätigter Thymidinkinase-2-Defizienz (TK2d), deren Erkrankung vor dem 12. Lebensjahr begonnen hat. 

TK2d ist eine seltene, lebensbedrohliche genetische Erkrankung, die weniger als 1 von 1.000.000 Menschen betrifft und für die bisher keine zugelassene Behandlung existiert. Die derzeitige Versorgung beschränkt sich auf unterstützende Maßnahmen wie Ernährung über eine Magensonde, Förderung der Bewegung durch Physiotherapie und Unterstützung der Atmung mit einem Beatmungsgerät.

TK2d wird durch Mutationen im Thymidinkinase-2-(TK2-)Gen verursacht. Diese Mutationen verhindern, dass das TK2-Enzym, das für die Produktion und Erhaltung der mitochondrialen DNA wichtig ist, richtig funktioniert. Infolgedessen können die Mitochondrien nicht korrekt arbeiten und die Muskeln nicht genügend Energie produzieren, was zu einer fortschreitenden Myopathie, Verlust der motorischen Funktionen und der Fähigkeit zu gehen, Atemproblemen und einer verkürzten Lebenserwartung führt.

Die Empfehlung der EMA basiert auf Daten einer retrospektiven Auswertung von Patientenakten und einer Phase-2-Studie ohne Vergleichsgruppe bei 39 Patienten mit TK2d, deren Erkrankung vor dem 12. Lebensjahr begann. Die Wirkung des Kombipräparats auf die motorischen Fähigkeiten wurde bewertet, indem die motorischen Meilensteine der Patient:innen vor und nach der Behandlung verglichen wurden. Nach der Behandlung erreichten 84 % der Patient:innen einen oder mehrere motorische Meilensteine zurück, was darauf hindeutet, dass das Medikament die motorische Funktion verbessert. Die häufigsten Nebenwirkungen dabei waren Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Die Zulassung wurde unter außergewöhnlichen Umständen empfohlen. In diesem Fall kann die Zulassung mit spezifischen Auflagen erteilt werden, die jährlich überprüft werden. Dieser Ansatz wurde gewählt, da der Antragsteller aufgrund der Seltenheit von TK2d keine vollständigen Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten vorlegen kann. Die EMA hat das Unternehmen aufgefordert, eine neue Studie zur Bestätigung der Sicherheit und Wirksamkeit durchzuführen.