Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Krebsrahmenprogramm 2026-2035 vorgestellt

Das neue Krebsrahmenprogramm 2026-2035 wurde kürzlich auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Ziele sind unter anderem Krebs zu verhindern und früher zu erkennen, aber auch die Nachsorge zu verbessern. 

Die Zahl der Krebsdiagnose ist in Österreich in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Rund 409.000 Menschen in Österreich waren Anfang 2025 von einer Krebserkrankung betroffen. Die Alterung der Bevölkerung und steigende Überlebenschancen führen zu dieser Tendenz. 

Das Programm ist ein strategisches Expert:innenpapier, das im Auftrag des BMASGPK erstellt wurde. Eingebunden waren mehr als 100 Expert:innen aus Wissenschaft, Versorgung, Verwaltung und Zivilgesellschaft, unter anderem auch Patient:innenvertretungen. Das Programm wurde über Arbeitsgruppen, schriftliche Stellungnahmen, ein nationales Sounding Board sowie ein internationales Peer-Review, unter anderem durch die Deutsche Krebsgesellschaft erstellt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Stärkung der Gesundheitsförderung und Primärprävention (z. B. Bewegung, Ernährung, Rauchstopp, Impfungen), inklusive besserer Vernetzung mit bestehenden Strategien zur Schaffung gesunder Lebenswelten
  • Evidenzbasierte, qualitätsgesicherte Screening- und Früherkennungsprogramme, inklusive Pilotierung neuer Programme auf Empfehlung des Nationalen Screening-Komitees sowie mehrsprachiger, leicht verständlicher Informationen
  • Ausbau multiprofessioneller onkologischer Teams, u. a. durch Cancer Nurses, Sozialarbeiter:innen, medizinische Dokumentationsassistenz sowie Studien- und Pflegekoordination
  • Drehscheiben- und Lotsenfunktionen, damit Patient:innen koordiniert, verständlich und ohne Brüche durch das Versorgungssystem begleitet werden
  • Klinische Krebsregister, Qualitätsmessung und standardisierte Tumordokumentation als Grundlage für Transparenz, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung
  • Vernetzte Versorgung, inklusive Förderung von Comprehensive Cancer Centers, Comprehensive Cancer Care Networks und regionalen Versorgungsnetzwerken
  • Stärkung von Nachsorge, Rehabilitation sowie Leben mit und nach Krebs, inklusive psychoonkologischer Angebote, Survivorship-Programmen sowie qualitätsgesicherter Palliativ- und Hospizversorgung

Das Programm setzt wichtige Impulse, ist aber nicht bindend. Daher wird die Umsetzung entscheidend sein, und ob es gelingt, die relevanten Akteur:innen im föderalen System dauerhaft zu koordinieren.

Laut Gesundheitsministerium konnte das erste Krebsrahmenprogramm von 2014 bis 2025 einige Erfolge erzielen. Darunter das Gastronomie-Rauchverbot, die Gründung des Screening-Komitees für Krebserkrankungen oder die Aufnahme der HPV-Impfung in den hiesigen Impfplan, oder die Pilotierung des Survivorship Passports als Schritt für strukturierte Nachsorge bei Kindern und Jugendlichen.