Hausärzt:in 02/2024

Diffuse Gliome: Durchbruch bei bildgebender Diagnostik

Die RANO Group – eine internationale Forschungsgruppe – hat nun unter Leitung der MedUni Wien und der LMU München erstmals internationale Kriterien zur standardisierten Bildgebung von Gliomen mittels Aminosäure-PET erstellt. 

Diffuse Gliome sind bösartige Hirntumore, die aus Gliazellen im Gehirn entstehen. Diese Art von Tumoren ist in der Regel aggressiv, schwer zu behandeln und kann mittels MRT nicht optimal untersucht werden. Die RANO Gruppe hat Kriterien entwickelt, die die Bewertung des Behandlungserfolgs mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ermöglichen. Diese Kriterien, genannt PET RANO 1.0, sollen neue Möglichkeiten zur standardisierten Beurteilung von diffusen Gliomen eröffnen. 

PET ist ein bildgebendes Verfahren, das radioaktiv markierte Substanzen verwendet, um Stoffwechselvorgänge im Körper zu messen. Bei der Diagnostik von diffusen Gliomen kommt das Aminosäure-PET zur Anwendung, dessen Tracer auf Eiweißbasis (Aminosäuren) funktioniert und sich in Gehirntumoren anreichert. Das Aminosäure-PET wird zwar seit Jahren angewendet, aber bisher nicht strukturiert ausgewertet. Im Gegensatz zur MRT-basierten Diagnostik gab es bisher keine Kriterien zur Interpretation dieser PET-Bilder.

Nun sollen diese neuen Kriterien ermöglichen, PET in klinischen Studien und der klinischen Routine zu nutzen. Sie basieren auf Expertenkonsens und schaffen eine Grundlage für zukünftige Studien und den Vergleich von Behandlungen für verbesserte Therapien, so Studienleiter Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Abteilungsleiter der Klinischen Abteilung für Onkologie der MedUni Wien.

Die Arbeit wurde im renommierten Journal "The Lancet Oncology" veröffentlicht.

PET-based response assessment criteria for diffuse gliomas (PET RANO 1.0)