Hausärzt:in 06/2024

Grippe: Einfacher Test könnte Diagnose und Überwachung verbessern

Forscher:innen des Broad Institute des MIT (Massachusetts Institute of Technology) und der Universitäten Harvard und Princeton haben einen kostengünstigen Papierstreifentest entwickelt, der es Patient:innen ermöglichen könnte, herauszufinden, welche Art von Grippe sie haben und die richtige Behandlung zu erhalten.

Der Test ist in der Lage, zwischen den beiden Haupttypen der saisonalen Grippe, Influenza A und B, sowie den Subtypen H1N1 und H3N2 zu unterscheiden. Zudem kann er auch Stämme identifizieren, die gegen eine antivirale Behandlung resistent sind und er könnte bei weiterer Arbeit möglicherweise Schweine- und Vogelgrippestämme erkennen. "Wir hoffen, dass diese Tests so einfach sein werden wie Antigen-Schnelltests und trotzdem die Spezifität und Leistungsfähigkeit eines Nukleinsäuretests haben, der normalerweise in einem Labor durchgeführt wird", erklärt Cameron Myhrvold, PhD, der zusammen mit Dr. Pardis Sabeti, einem Mitglied des Broad-Instituts und Professorin an der Harvard University und der Harvard T.H. Chan School of Public Health, als Co-Autor an der Studie beteiligt war. 

Der Test basiert auf einer Technologie namens SHINE, die von Sabetis Labor im Jahr 2020 entwickelt wurde und CRISPR-Enzyme verwendet, um spezifische Sequenzen viraler RNA in Proben zu identifizieren. Die Forscher:innen setzten SHINE zunächst ein, um auf SARS-CoV-2 zu testen, und später, um zwischen den Delta- und Omicron-Varianten zu unterscheiden. Im Jahr 2022 begannen sie dann, den Test anzupassen, um andere Viren nachzuweisen, von denen sie wussten, dass sie immer im Umlauf sind: Influenzaviren. "Die Verwendung eines Papierstreifens anstelle von teuren Fluoreszenzgeräten ist ein großer Fortschritt, nicht nur für die klinische Versorgung, sondern auch für die epidemiologische Überwachung", so Ben Zhang, Co-Erstautor der Studie.

Die Forscher:innen haben SHINE auch angepasst, um zwischen verschiedenen Grippestämmen zu unterscheiden. In Zukunft könnte der Test so angepasst werden, dass er zwei verschiedene Viren mit ähnlichen Symptomen nachweisen kann, z. B. Influenza und SARS-CoV-2. "Wenn wir in der Lage sind, herauszufinden, welcher Grippestamm oder -subtyp einen Patienten infiziert, hat dies Auswirkungen sowohl auf die Behandlung als auch auf Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens", so Jon Arizti-Sanz, Postdoktorand in Sabetis Labor und Mitautor der Studie. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, die Reaktion auf Ausbrüche und die klinische Versorgung zu verbessern, indem genaue, kostengünstige und schnelle Tests in Arztpraxen und Labors angeboten werden.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "The Journal of Molecular Diagnostics" veröffentlicht.

Zhang YB, Arizti-Sanz J, et al. (2024). CRISPR-based assays for point of need detection and subtyping of influenza. The Journal of Molecular Diagnostics. DOI: 10.1016/j.jmoldx.2024.04.004.