Apixaban und Rivaroxaban zählen zu den am häufigsten eingesetzten direkten oralen Antikoagulanzien in der Therapie venöser Thromboembolien. Frühere Studien deuteten bereits auf ein möglicherweise geringeres Blutungsrisiko unter Apixaban hin. In der AMPLIFY-Studie lag die Rate klinisch relevanter Blutungen mit Apixaban bei 4,3 %, während in der EINSTEIN-DVT-Studie in der Rivaroxaban-Gruppe 8,1 % beobachtet wurden. Aufgrund unterschiedlicher Studienpopulationen und Ein-/Ausschlusskriterien sind solche indirekten Vergleiche jedoch nur eingeschränkt aussagekräftig.
Eine erste direkte Vergleichsstudie bestätigt nun diese Beobachtung. In einer multizentrischen, randomisierten Studie an 19 Zentren (Nordamerika, Australien, Irland) wurden 2.760 Patient:innen mit akuter venöser Thromboembolien entweder mit Apixaban oder Rivaroxaban behandelt.
Das Dosierungsschema entsprach den zugelassenen Regimen:
- Rivaroxaban: initial 15 mg zweimal täglich für 21 Tage, anschließend 20 mg einmal täglich
- Apixaban: initial 10 mg zweimal täglich für 7 Tage, anschließend 5 mg zweimal täglich
Die Behandlungsdauer betrug 3 Monate. Primärer Endpunkt war das Auftreten klinisch relevanter Blutungen gemäß ISTH-Definition. Die Ergebnisse zeigen eine signifikant niedrigere Blutungsrate unter Apixaban: Apixaban: 44/1.345 (3,3 %) vs. Rivaroxaban: 96/1.355 (7,1 %). Die Wirksamkeit war vergleichbar. Ein symptomatischen Rezidiv einer venösen Thromboembolie trat in 1,1 % der Patient:innen unter Apixaban vs. 1,0 % unter Rivaroxaban auf.
Auffällig war die frühe Divergenz der Kaplan-Meier-Kurven zugunsten von Apixaban innerhalb der ersten 21 Behandlungstage. Als mögliche Ursache wird die längere initiale Hochdosisphase von Rivaroxaban diskutiert, die mit einer erhöhten Blutungsrate einhergehen könnte, ohne zusätzlichen Nutzen hinsichtlich der Thromboseprophylaxe. Weitere Studien sind jedoch erforderlich, um diese Hypothese abschließend zu bestätigen.
Die Autor:innen bewerten Apixaban daher als potenziell sicherere Erstlinienoption in der Prävention von wiederkehrender Thrombosen.