Hausärzt:in 02/2024

Ärztekammer Wien: Ökonomisierung der Medizin verhindern

In einer Resolution verleiht die Ärztekammer Wien der Sorge Ausdruck, dass Teile der Gesundheitsreform die ambulante Gesundheitsversorgung in Österreich durch die potenzielle Einflussnahme internationaler Konzerne bedrohen. Gewinnorientierte Konzerne dürften nicht Entscheidungsträger über die intra- und extramurale Versorgung sein.

In der Resolution verweist man auf die Entwicklung in Deutschland, wo es bereits intensive Bemühungen gegen den vorherrschenden Trend der Ökonomisierung bzw. Konzernisierung der Medizin gibt. In Österreich müsse dies von vornherein unterbunden werden.

Schließlich erleichtere die nun beschlossene Gesundheitsreform die Gründung von Ambulatorien deutlich, wodurch internationalen Konzernen der Einstieg in den „Gesundheitsmarkt“ ermöglicht werde.

Im Wortlaut der Resolution heißt es, „dass die von internationalen Konzernen dominierte ambulante Gesundheitsversorgung durch Konkurrenzierung und ‘Aufkaufen des Marktes’ mit dem Ziel, regionale Monopole entstehen zu lassen, nicht nur die freiberuflichen Ärzt:innen in Einzel- und Gruppenpraxen bedroht, sondern auch einen negativen Einfluss auf die Motivation der angestellten Ärzt:innen in den Spitälern hat.“

Konkret appelliert der Vorstand der Ärztekammer für Wien an alle Abgeordneten, „im Rahmen des Gesundheitsausschusses eine Änderung der geplanten FAG-Begleitgesetze zu beschließen, die sicherstellt, dass die Sozialversicherung nur Verträge mit Ambulatorien abschließen kann, wenn zuvor alle Anstrengungen unternommen wurden, die Versorgung durch niedergelassene Ärzt:innen sicherzustellen. Dieser Vorrang der bewährten Versorgung im ambulanten Bereich in einer direkten Ärzt:in-Patient:in-Beziehung, ohne ökonomische Einflüsse Dritter, hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen und über Jahrzehnte die gesundheitliche Versorgung der in Österreich lebenden Menschen sichergestellt.“

Resolution: In großer Sorge um die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Österreich