Eisen, Jod, Vitamin D, Vitamin A, Zink und essenzielle Fettsäuren zählen zu den kritischen Nährstoffen im ersten Lebensjahr. Für die pharmazeutische Praxis stellt sich dabei die Frage, wie Säuglinge – unabhängig davon, ob sie gestillt oder mit Formula ernährt werden – bedarfsgerecht versorgt werden können.
Muttermilch gilt als ernährungsphysiologische Referenz, deckt jedoch nicht in allen Fällen den Mikronährstoffbedarf vollständig ab. Besonders für Vitamin D wird eine routinemäßige Supplementierung ab den ersten Lebenstagen empfohlen. Auch der Eisenstatus hängt stark von den pränatalen Speicherdepots, der Abnabelung und dem postnatalen Wachstum ab. Bei ausschließlich gestillten Säuglingen kann ab dem zweiten Lebenshalbjahr ein erhöhtes Risiko für Eisenmangel bestehen, wenn eisenreiche Beikost nicht konsequent eingeführt wird. Internationale und europäische Fachgesellschaften weisen daher auf die Bedeutung einer frühzeitigen Überwachung und gegebenenfalls Ergänzung hin.