Moderne Phytotherapie basiert nicht allein auf Tradition, sondern zusehends auf klinischer Forschung. Für ausgewählte Pflanzen liegen randomisierte Studien und Metaanalysen vor. Die Wirkung ist meist milder als bei synthetischen Arzneimitteln, dafür häufig mit geringerer Nebenwirkungsrate verbunden. Vor allem bei funktionellen Beschwerden – etwa leichten Schlafstörungen, nervöser Unruhe, Verdauungsbeschwerden oder unkomplizierten Infekten der oberen Atemwege – können standardisierte Pflanzenextrakte eine therapeutische Lücke schließen.
Ein weiterer Vorteil liegt in der hohen Akzeptanz bei Patient:innen. Viele wünschen sich bei selbstlimitierenden Erkrankungen zunächst eine schonendere Therapie. Wird hier kompetent beraten, kann Phytotherapie zur Therapietreue beitragen und unnötige Antibiotikaverordnungen oder frühzeitige Eskalationen (Steigerung der Therapieintensität) vermeiden.