Hausärzt:in 04/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Longevity-Boom mit Fragezeichen: Warum einfache Maßnahmen am meisten bringen

Wie viele Lebensjahre wir in guter Gesundheit verbringen, liegt zu einem großen Teil in der eigenen Hand.
© Tatiana / stock.adobe.com
Das Geschäft mit der Langlebigkeit boomt: Infusionen, Blutreinigungen oder Kryosaunen werden als Wege zu einem längeren, gesünderen Leben vermarktet. Doch vieles davon hält wissenschaftlich nicht, was es verspricht, sagt der Mediziner, Pharmaforscher und Buchautor Prof. Dr. Hubert Trübel. Entscheidend für ein gesundes Altern seien deutlich unspektakulärere Faktoren.
Inhaltsverzeichnis

Der Begriff "Longevity" sei gemäß Prof. Trübel bereits irreführend, da es nicht darum gehe, das Leben beliebig zu verlängern, sondern die gesunden Lebensjahre zu maximieren. Ziel ist es, Krankheitsphasen am Lebensende möglichst zu verkürzen. Im englischen Sprachraum wird dafür eher der Begriff "Healthspan" verwendet.

Rund um das Altern hat sich ein milliardenschwerer Markt entwickelt, der mit immer neuen Angeboten wirbt. Viele davon basieren jedoch auf schwacher oder fehlender wissenschaftlicher Evidenz. Nahrungsergänzungsmittel etwa zeigen in großen Studien bei gesunden Menschen ohne Mangelzustände kaum messbare Effekte auf Krankheiten oder Biomarker. Zwar schaden sie in der Regel nicht, bringen aber auch keinen nachweisbaren Nutzen. Problematisch sei, so Prof. Trübel, vor allem, dass sie ein trügerisches Gefühl vermitteln könnten, bereits ausreichend für die eigene Gesundheit zu tun.