Genau darum empfiehlt die Ärztekammer mindestens alle zwei Jahre ein Notfalltraining – direkt in der eigenen Ordination und mit dem gesamten Team. Schließlich muss im Ernstfall klar sein, wer was tut. Wer ruft die Notärzt:in? Wer holt den Defibrillator? Wer bleibt bei der Patient:in, wer kümmert sich um Angehörige? Besonders wichtig: Ärzt:innen und Mitarbeiter:innen sollten gemeinsam trainieren. Denn nur im Team lassen sich Abläufe einüben, Zuständigkeiten klären und Handlungssicherheit gewinnen. Im Training kann auch durchgespielt werden, wie man vorgeht, wenn gerade keine Ärzt:in anwesend ist. Ein Rollentausch sorgt dafür, dass alle flexibel agieren können.
Nicht vergessen: Ein schriftlicher Notfallplan mit klaren Anweisungen und gut sichtbaren Notrufnummern sollte in jeder Praxis griffbereit angebracht sein – am besten an mehreren zentralen Stellen. Auch die Notfallausstattung muss regelmäßig überprüft werden: Ist der Defibrillator einsatzbereit, gewartet und sind die Elektroden noch haltbar? Sind alle Medikamente vollständig vorhanden? Ein solches Training gibt nicht nur Sicherheit, sondern bringt auch Routine – und fördert damit Ruhe in stressigen Momenten. Außerdem stärkt es das Vertrauen im Team und sorgt dafür, dass im Notfall nicht zuerst lange diskutiert, sondern schnell gehandelt wird.
Fazit: Ein Notfall lässt sich nicht verhindern – aber man kann sich gut darauf vorbereiten. Wer als Team regelmäßig übt, bleibt im Ernstfall handlungsfähig. Und das kann Leben retten.