Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben die häufigste Todesursache in Österreich. Im Jahr 2024 waren sie für 34,3 % aller Todesfälle verantwortlich. Die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) sieht daher dringenden Handlungsbedarf, um Prävention, Früherkennung und Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachhaltig zu stärken.
Die ÖKG will die Herzgesundheit stärker ins Zentrum der gesundheitspolitischen Debatte rücken. Im Rahmen eines Stakeholder-Dialogs im Future Health Lab stellte sie daher fünf zentrale Handlungsempfehlungen vor. Zudem verständigten sich Vertreter:innen der Fachgesellschaften für Nephrologie, Diabetologie, Innere Medizin, Neurologie, Allgemeinmedizin und Sportmedizin gemeinsam mit Gesundheitsakteur:innen auf einen fachübergreifenden Ansatz zur Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit in Österreich.
Die Empfehlungen verstehen sich als Grundlage für die Entwicklung eines nationalen Herzgesundheitsplans und die Umsetzung des europäischen "Safe Hearts Plan" in Österreich. Die von der ÖKG vorgestellten „Neuen Big Five“ umfassen:
- Herzgesundheit nachhaltig als prioritäres Public-Health-Thema verankern
- Bewusstsein für Herz-Kreislauf-Gesundheit in der Bevölkerung stärken
- Vorsorgeuntersuchung modernisieren
- Digitales Herzgesundheitsmanagement "Mein Herzplan" etablieren
- Vernetzte Dokumentation und standardisierte Qualitätsdaten schaffen sowie einen österreichischen Herzreport entwickeln.
Im Rahmen des Dialogs wurden von den beteiligten Fachgesellschaften insbesondere zwei Handlungsfelder als prioritär hervorgehoben: die Stärkung des Bewusstseins für Herz-Kreislauf-Gesundheit in der Bevölkerung sowie die Modernisierung der österreichischen Vorsorgeuntersuchung, deren Herz-Kreislauf-Modul zuletzt im Jahr 2005 grundlegend überarbeitet wurde. Beide Bereiche gelten als zentrale Voraussetzungen, um Prävention und Früherkennung künftig wirksamer zu gestalten.