Immer häufiger kommen Patient:innen mit Fragen zu ihrem "Cortisolspiegel" in die Ordination. Auf Social Media werden Begriffe wie "Cortisol Belly" und "Cortisol Face" als Erklärung für Bauchfett, einem aufgedunsen wirkenden Gesicht, Müdigkeit, Hautproblemen oder Schwierigkeiten beim Abnehmen propagiert. Gleichzeitig versprechen Influencer:innen und kommerzielle Anbieter mit speziellen Morgenroutinen, Nahrungsergänzungsmitteln, sogenanntem "Cortisol Maxxing" oder "Cortisol-Detox"-Programmen eine Senkung des Stresshormons und damit eine Verbesserung von Gesundheit und Aussehen. Für Hausärzt:innen stellt sich daher zunehmend die Frage, wie diese Behauptungen medizinisch einzuordnen sind.
"Cortisol Belly" und "Cortisol Face": Mythos oder Medizin?
"Könnte mein Cortisol zu hoch sein?" – mit solchen Fragen werden Hausärzt:innen zunehmend konfrontiert. Zwischen Social-Media-Trend und evidenzbasierter Medizin stellt sich die Frage: Welche Funktion hat Cortisol tatsächlich, wann liegt eine klinisch relevante Störung der Cortisolproduktion vor und welche Aussagekraft haben die derzeit kursierenden Konzepte wie "Cortisol Belly", "Cortisol Face" oder "Cortisol Maxxing"?
Inhaltsverzeichnis
- Cortisol: Weit mehr als ein Stresshormon
- Cortisol folgt einem zirkadianen Rhythmus
- "Cortisol Belly" und "Cortisol Face": Was ist medizinisch dran?
- Wann sollte Cortisol bestimmt werden?
- Was bedeuten erhöhte Cortisolwerte?
- Was bedeuten erniedrigte Cortisolwerte?
- Lassen sich Cortisolwerte beeinflussen?
- Fazit für die Praxis
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