Hausärzt:in 7-8/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

Die Darm-Leber-Achse

eine bunte Lebe und ein bunter Darm die durch Pfeile verbunden sind.
Wie Veränderungen im Mikrobiom die Progression von MASLD beeinflussen können.
© MstEv / stock.adobe.com
Die Leber kann durch viele innere und äußere Einflüsse geschädigt werden und im Zuge dessen Triglyceride in den Hepatozyten einlagern. Sind mehr als 5 % der Hepatozyten betroffen, spricht man von einer Fettlebererkrankung. Neben Alkohol ist die häufigste Ursache für eine Fettlebererkrankung die metabolische dysfunktionassoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD).
Inhaltsverzeichnis
Autor:innen
Henriette Kreimeyer

Dr.in Henriette Kreimeyer (Universitätsklinikum Knappschaftskliniken Ruhr Universität Bochum)

Ali Canbay

Univ.-Prof. Dr. Ali Canbay (Klinikdirektor, Universitätsklinikum Knappschaftskliniken Ruhr Universität Bochum)

Daran leiden aktuell 38 % der weltweiten Bevölkerung und in Deutschland ist ca. jede:r Vierte von dieser Erkrankung betroffen. Bei Patient:innen mit Übergewicht oder Diabetes mellitus Typ 2 (DMT2) liegt die Prävalenz mit 69 % bzw. 75 % höher. Die Diagnose kann gestellt werden, wenn neben der Leberverfettung einer der folgenden Risikofaktoren vorliegt: Adipositas, Glukosestoffwechselstörung, erhöhte Plasma-Triglyceride, vermindertes HDL-Cholesterin und arterielle Hypertonie. Außerdem darf keine andere erkennbare Ursache der Leberverfettung nachweisbar sein. In bis zu 5 % der Fälle tritt eine MASLD auch bei normalgewichtigen Personen auf. Der Alkoholkonsum sollte zur Diagnosestellung weniger als 20 g/Tag bei Frauen und weniger als 30 g/Tag bei Männern betragen. Bei einem höheren Alkoholkonsum kann entweder eine metabolisch-alkoholische Lebererkrankung (MetALD) oder eine alkohol-assoziierte Lebererkrankung vorliegen. In die strukturierte Anamnese sollten standardisierte Fragebögen wie der AUDIT-C mit einbezogen werden, da sich die MASLD histologisch nicht und laborchemisch nur eingeschränkt von der alkoholassoziierten Lebererkrankung (ALD) unterscheiden lässt.